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Menschenkenntnis und Manipulation

Was wäre ein guter Gedankenleser ohne ein bisschen schwarze Kunst?

Eben. So ungerecht, egoistisch, böse oder negativ das auch klingen mag, das Manipulieren von Menschen macht doch nunmal Spaß. Ich gebe es zu. Ich mache es nicht oft, aber manchmal schon. Einfach aus Spaß und prinzipiell für keine böse Absicht. Manchmal sogar um den Menschen zu helfen.

Bevor ihr nun anfangt munter die Menschen drauflos zu manipulieren achtet auf meine Warnung.

Menschen Manipulieren ist keine Spielerei. Denn eine Manipulation im klassischen Sinne bedeutet, dass ihr bewusst Einfluss auf die Person nehmt. Ihr benutzt sie und nehmt ihr so den freien Willen. Schließlich ist eine Manipulation nicht nötig, wenn die Person sowieso aus freien Stücken genau das tut was ihr möchtet. Ihr nutzt die Person also aus, ob sie es nun bewusst merkt oder nicht.

Wird eine Manipulation bei einem Menschen bewusst, so wird sich prinzipiell erstmal eine Form der Agression einstellen. Sie wird abblocken, böse oder mit Abweisung reagieren. Verständlich. Denn ein persönlicher Eingriff gilt als eine Form von Angriff. Dieser wird erstmal parriert, bevor weiter darauf eingegangen wird. Man stößt auf Widerstand.

Grundsätzliches

Manipulation wird grundsätzlich über die Schwächen der zu manipulierenden Person angewandt. Eine prinzipiell starke Person, mit einem starken Selbstbewusstsein, mit Ruhe und Sicherheit, ein Fels in der Brandung also, kann sehr viel weniger erfolgreich manipuliert werden als eine eher unsichere Person. Das bedeutet nicht, dass dies im Prinzip nicht möglich ist. Man muss lediglich gewitzter sein. Letztendlich könnt ihr euch auf die Tatsache beruhen, dass jede Person eine Schwäche hat. Meisst nicht nur eine. Doch eine reicht euch schon aus diese so anzuwenden, dass ihr sie manipulieren könnt.

Seid dennoch vorsichtig. Denn eine extreme Form der Manipulation ist bereits eine Erpressung. Dies zeigt, mit welcher Vorsicht das Thema angegangen werden muss.

Einfache Formen der Manipulation

Eine sehr einfache Technik, die einmal ordentlich rübergebracht werden kann ist die Folgende. Leider gibt es hierfür keinen Namen, was jedoch nur beweist, wie simpel sie doch ist.

Dies klappt bei Personen die mit euch auf einer gleichen Ebene stehen, im Hinblick auf die Bewertung, sei es also im Beruf oder im Privatleben, oder auf einer tieferen Ebene als ihr selbst. Soziale Ränge sind hier entscheidend. Eltern stehen über Kindern. Arbeitgeber stehen überm Arbeitnehmer. Abteilungsleiter über den Angestellten. Ältere Geschwister stehen über jüngeren Geschwistern. Alphamännchen in einer Gruppe stehen über dem Rest der Gruppe.

Wendet diese Technik also nur bei Personen auf einer Ebene oder tiefer an.

Um also eine Person dazu zu bringen genau das zu tun, was ihr von ihr wollt, sagt es ihr in einer Form, in der sie nicht anders kann als genau dies zu tun. Klingt kryptisch, ist aber prinzipiell relativ einfach.

Ein Beispiel beschreibt euch ganz einfach was ich meine. Was ich an dir besonders mag ist deine Ehrlichkeit. Wenn ihr einer Person diese Worte sagt verursacht ihr eine Form der Verantwortung. Denn die Person steht nun in einer bestimmten Bewertung in eurem Bilde. Sie gilt als Ehrlich. Und damit, mit dem Wissen, dass ihr diese Eigenschaft an ihr schätzt, wird sie sich gezwungen fühlen genau diese Eigenschaft mit bestem Wissen und Gewissen auszuführen. Sie wird also dementsprechend handeln um sie auch erfolgreich umzusetzen.

Hierbei müsst ihr also die Eigenschaft herausfinden, die ihr in einer Person sehen möchtet, diese geschickt formulieren und sie der Person auch bewusst, in einem ruhigen Moment vortragen, in dem sie diese Aussage auch mit Sicherheit ernst nehmen wird. Sie darf selbstverständlich nicht als Sarkasmus gewertet werden.

Umgekehrte Psychologie

Ist prinzipiell auch eine leichte Form der Manipulation, bedarf jedoch etwas mehr an Erfahrung. Denn umgekehrte Psychologie ist aller Wahrscheinlichkeit nach nicht das, was ihr als Erstes von ihr glauben mögt.

Die meissten Menschen glauben nämlich, dass es sich hierbei um ein einfaches Hirngespinnst handelt, das lediglich bei Kleinkindern oder Haustieren funktioniert. Sie meinen damit lediglich, dass man das Gegenteil von dem tun sollte, was man selbst will, damit eine widerstehende Person genau das tut was man nicht von ihr will. Klingt prinzipiell auf den ersten Blick logisch, stimmt so erklärt und gesehen jedoch nicht.

Denn eine resistente Person ist nicht gegen die Aussage der Person resistent, gegen die sie nun resistiert, sondern gegen den tatsächlichen Willen dieser Person. Da nützt dann auch keine umgekehrte Psychologie um die Person dazu zu bringen. Wenn sie es nicht will, dann nützt nur tatsächliche Manipulation.

Wirkliche umgekehrte Psychologie lässt sich auch etwas anders beschreiben. Man führt eine Situation herbei, bei der die Person nicht anders kann als genau das zu tun, was man von ihr will. Klingt sehr ähnlich wie die zuerst beschriebene Methode. Das liegt daran, dass Manipulation auch nur in speziellen Situationen, in bestimmten gegebenen Umständen funktioniert.

Ich gebe euch wieder ein Beispiel um es euch zu erklären. Stellt euch vor, ich sage euch den Satz Unter keinen Umständen dürft ihr jetzt an einen Eisbären denken. Woran denkt ihr dann? Genau. Ihr seid nun ein Opfer erfolgreich durchgeführter umgekehrter Psychologie geworden.

Das Prinzip ist also einfach. Führt eine Situation herbei, in der die Person zwangsläufig genau daran denkt, woran ihr wollt. Sei es durch Sätze wie oben erwähnt, oder durch übertriebene Betonung auf bestimmte Dinge, ihr findet den richtigen Draht schon bei eigenen Experimenten heraus.

Auto-Suggestion

Dies ist ein wirklich komplexes Gebiet der Psychologie. Aber wen interessiert schon Komplexität. Wir nehmen uns die Essenz heraus und nutzen sie praktisch für uns selbst aus.

Als Auto-Suggestion bezeichnet man also die vom Menschen selbst induzierte Manipulation. Daneben gibts noch die Hetero-Suggestion, die somit von fremden Menschen initiiert wird.

Ein bekanntes Beispiel für Hetero-Suggestion ist beispielsweise der Placebo-Effekt. Man verschreibt einer Person angebliche Medikamente zur Heilung einer Krankheit. Durch diese Tatsache, dass die Person wirklich an die Wirkung der Medikamente glaubt, tritt auch tatsächlich eine Heilwirkung auf. Hierbei wird also eine von außen induzierte Manipulation dazu verwendet die Person zum gewollten Ergebnis zu bringen.

Ein bekanntes Beispiel für eine Auto-Suggestion kann man eine sich selbst erfüllende Prophezeiung sehen. Dieser Begriff beschreibt die Tatsache, dass Menschen ein Ergebnis einer Situation befürchten, dies somit genauso eintritt, wie sie es befürchtet haben, weil sie es eben getan hat. Die Person hat also eine Prophezeiung gegeben, die sich selbst bestätigt hat. Dies geschieht im Grunde aus der Tatsache, dass die Person unterbewusst genau dem entgegensteuert, von dem es am meissten Ausgeht. Sie hat sich also unwissentlich selbst dazu manipuliert, genau die Ausgangssituation herbeizurufen, die sie am meissten befürchtet hat.

Über komplexere Methoden wie das Ausnutzen bekannter Schwächen einer Person zur Hinführung einer Auto-Suggestion lassen sich komplexe Strukturen der Manipulation aufbauen. Dies ist jedoch sicherlich nur den fortgeschritteneren Gedankenlesern und Manipulateuren vorbehalten. Aber auch hier gilt, Übung macht den Meister.

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