Neurolinguistisches Programmieren und allgemeine Sprachwissenschaften
Man kann nämlich doch aus dem Gesprochenen der Menschen noch viel mehr über sie herauslesen, als man im ersten Moment glauben mag.
Die Sprache ist ein verzwicktes Konstrukt. Du kannst dich nämlich über sie mit jedem anderen Menschen verständigen. Vorausgesetzt ist selbstverständlich, ihr sprecht die gleiche Sprache. Ist dies gewährleistet, versteht ihr euch im Allgemeinen sofort. Ihr wisst wovon ihr redet, wenn ihr bestimmte Worte verwendet, wisst, wie ihr euch fühlt wenn ihr gewisse Redewendungen einfließen lasst.
Dabei ist die Sprache nur ein geringer Teil der gesamten Kommunikation. Doch je länger ich meine Mitmenschen kenne, desto deutlicher wird das Gesamtbild von ihnen. Bestimmte Arten Worte zu betonen, Sprechweisen und Redewendungen lassen nämlich schnell auf bestimmte Grundstimmungen des Menschen zurückschließen.
Achtet auf allgemeine Redewendungen, auf grundsätzliche Arten der Formulierung. Stellt euch immer vor, dass diejenige Person nur von sich selbst spricht, denn das ist eine psychologische Tatsache. Jeder Mensch spricht von allen Angelegenheiten nämlich nur aus seiner eigenen Sichtweise. Er interpretiert das Gesehene, das Erlebte immer nur mit seinem eigenen Filter. Es läuft durch seine eigenen Werte und erfährt so die Kürzung nach eigenen Maßstäben. Das Ergebnis ist somit ein Abbild der Tatsache aus der Sicht derjenigen Person. Findige Gedankenleser können so auf innere Werte, auf grundlegende Landkarten schließen, die den Menschen ausmachen.
Kommunikationsschemata nach Watzlawiks und Schulz von Thun
Laut Watzlawik hat jede gesprochene Kommunikation zwei Ebenen in denen kommuniziert wird. Diese zwei Aspekte die die Kommunikation beeinflussen sind der Inhaltsaspekt, also die tatsächliche Aussage die getroffen wurde, sowie der Beziehungsaspekt, also die Botschaft in welcher Beziehung die Personen zueinander stehen.
Zurecht kann man Worte in vielerlei Hinsicht interpretieren. Der Kontext des Gesprochenen ist hier fundamental wichtig. Ohne ihn lässt sich oft nicht sinnvoll in eine Kommunikation hineingreifen.
Man sollte immer im Hinterkopf das Modell von Schulz von Thun haben: Eine Nachricht hat immer vier Aspekte, die man meist automatisch interpretiert und so seine Antwort verschlüsselt. Die vier Seiten sind der Sachinhalt, der Beziehungsaspekt, der Appell und die Selbstoffenbarung. Diese Aspekte sind immer mit dabei, auch wenn es nicht immer offensichtlich ist. So zeigt sich die Selbstoffenbarung manchmal auch nur, dass man dieselbe Sprache wie der Gegenüber spricht. Mit dem Beziehungsaspekt solltet ihr vorsichtig sein oder ihn bewusst einsetzten. Er beschreibt oft unter anderem, ob man sich überhaupt in die Kommunikation einmischen sollte, einmischen darf, oder nicht, je nachdem wie eng das Verhältnis zu der Person ist. Auch sprechen Mädchen sehr oft auf der Beziehungsebene und interpretieren Aussagen auf dieser Ebene. Deswegen reagieren sie auch manchmal etwas seltsam auf eine Aussage. Sie ist vielleicht auf der Sachebene gemeint, kommt aber mehr auf der Beziehungsebene an. Selbst wenn sie ganz rational reagieren, haben sie doch meist die Frage im Kopf, wie das auf der Beziehungsebene gemeint ist.
Achtet außerdem auf die Intonation. Daran kann man oft erkennen, wie etwas gemeint ist, zum Beispiel erkennt man den berühmtberüchtigten Sarkasmus und dessen kleine buckelige Schwester, die Ironie, daran recht gut. Manch einer versteht diese leider gar nicht, ich gehöre genau zu dieser Personengruppe. Doch es gibt sie und sie nehmen einen nicht unerheblichen Anteil an der Sprache ein. Doch verzagt nicht, auch wenn ihr ebenfalls zu der Personengruppe gehört, die Sarkasmus einfach nicht verstehen. Das heißt noch lange nicht, dass ihr ihn nicht entdecken könnt und genau danach handeln könnt, wie ihr es für richtig haltet. Mit dem Wissen über die verschiedenen Arten der Kommunikation werdet ihr ein Handwerk besitzen, das es euch leicht macht diese sprachlichen Gewandtheiten auszumachen.
Greift man mithilfe des NLP nun mit den eigenen Waffen dieser Menschen in das Geschehen ein, kann man sie mit diesen in selbst gewünschte Richtungen lenken.
Methoden des NLP
Das NLP versucht anhand verschiedener Verfahren aus der Sprache die zugrundeliegende Botschaft des Sprechers zu erkunden.
Ohne das Thema nun zu sehr in die Tiefe zu reißen, das würde sicherlich den Rahmen dieses Artikels sprengen, möchte ich einmal ein paar einfache Beispiele der NLP vorführen, die schnell erklärt sind und einfach in die Praxis übernommen werden können.
Chunking
Das Chunking kann in seiner einfachsten Erklärung als Verallgemeinerung oder als Spezialisierung des Gesprächsthemas bezeichnet werden. Beim Verallgemeinern nimmt sich der NLP Sprecher ein Schlagwort des aktuellen Gesprächs und verallgemeinert dieses, um seinen Standpunkt klarzumachen. Spricht beispielsweise eine Person negativ aus, dass sie Spinnen nicht mag, könnte man sie positiver stimmen indem man ihr verdeutlicht, dass nicht alle Spinnentiere so negativ sind. Beispielsweise sind Schmetterlinge oder Krabben ebenfalls Spinnentiere, die jedoch keinen Ekel in ihr hervorrufen. So kann man durch die Verallgemeinerung die Emotion der betreffenden Person lenken und in positive Bahnen bringen.
Die Spezialisierung ist hierbei das genaue Gegenteil. Man spezifiziert das problematische Thema so, dass man nur einen Aspekt aufzeigt, den die Person bei Spinnen nicht mag. Etwa die Größe, oder die Tatsache, dass sie acht Beine hat. Dabei kann man also aufzeigen, dass die Tierchen sehr nützlich sind, und die Person nur eines der genannten Kernaspekte nicht mag.
Beim Verallgemeinern spricht man vom Heraufchunken, beim Spezialisieren vom Hinabchunken.
Mit dieser Technik kann man meisstens die Meinung einer Person relativieren und somit entkräften. Dies ist der erste Schritt in Richtung Manipulation von Menschen. Doch hierzu lernt ihr mehr in einem späteren Artikel.
Frames
Frames sind eigentlich das wichtigste Thema aus der NLP. Wenn ihr euch auch gar nicht für Kommunikationstheorien interessiert, so solltet ihr wenigstens Frames verstanden haben.
Als Frame bezeichnet man das zugrundeliegende Gesprächsthema. Dies jedoch nicht in seiner direkten Ausprägung, sondern etwas tiefer gefasst. Sprechen beispielsweise zwei Personen über Haustiere, dann ist das Thema nicht nur Haustiere, sondern auch der Tonus der Konversation. Dieser ist entweder freundlich oder feindseelig, herausfordernd oder aufbauend. Sie wollen gute Erfahrungen miteinander teilen oder sich gegenseitig ausspielen. Was das einzelne Gesprächsthema sein kann ist im Einzelfall zu klären. Hierbei gibt es keine festen Einstufungen. Ihr wisst es selber, wenn ihr euch ein paar Mal mit Menschen unterhalten habt. Es gibt sarkastische Untertöne, nicht ernst gemeinte Gespräche, oder auch ernstzunehmende Themen. Diese sind in jedem Fall dem Initiator des Gesprächs bekannt, höchstwahrscheinlich dem Gesprächspartner und mit weiterer Abstufung den jeweiligen Zuhörern. Je weiter entfernt die Personen sind, vom Gespräch selbst, von den Gegebenheiten des Gesprächs, vom zeitlichen Rahmen sowie von der Bekanntheit der involvierten Gesprächspartner, um so geringer ist das Wissen über das Gesprächsframe.
In der NLP gibt es eine fundamentale Regel. Wer das Gespächsframe hält, der bestimmt die Konversation. Als erfolgreicher Gedankenleser, Manipulateur und sozial erfolgreiche Person gilt es also das Frame jederzeit bestimmen zu können. Diese Person führt die gesamte Gruppe an. Er ist der am höhsten angesehene Parter im Gespräch und hat das meisste Ansehen.
Denn wer den Frame hält, der kann das Gespräch in seine gewünschten Bahnen lenken. Durch den Unterton kann er so weitere Botschaften an die Gesprächspartner senden. Nicht nur durch das offensichtliche Thema, sondern auch durch den Tonus. Gerade sexuelle Untertöne verdeutlichen diese Tatsache bestens.
Anchors
Als Anchor bezeichnet man bestimmte Reize die ein bestimmtes Verhalten auslösen. Entdeckt hat diese psychologische Tatsache ein Herr Pawlow, der einem Hund durch ein regelmäßiges Klingelzeichen einverleibt hat, dass es dann Futter gibt. Nach regelmäßiger Einspeicherung des Signals hat bereits der Reiz die gewünschte Reaktion hervorgerufen.
Pawlow hat seinen Hund in regelmäßigen Zeitabständen gefüttert. Immer wenn es Futter gab hat er ein Glöckchen klingeln lassen. So wurde der Reiz des Klingelns beim Hund mit der Erfahrung des Futters gespeichert. Nach der Einlernzeit hat der Hund bereits beim bloßen Klingeln des Glöckchens Speichel produziert.
Man sprich hierbei von sogenannten Schlüsselreizen. Diese allein führen bereits zu einem Verhalten das beim Menschen einprogrammiert wurde. Dieses Wissen zunutzegemacht führt zu ungeahnten Möglichkeiten beim Manipulieren von Menschen.
Praktisch kann man dieses Phänomen folgendermaßen hervorrufen. Wenn man sich mit einer Person unterhält kann man immer, wenn die Person lacht einmal mit den Fingern schnippen. Wenn man diesen Reiz regelmäßig setzt, so kann es passieren, dass die Person irgendwann bei einem blosen Schnippen mit den Fingern anfängt zu lachen. Probiert es selbst mal aus und schaut euch diese Tatsache an.
Lernt ihr also NLP und weitere Kommunikationstheorien, so erhaltet ihr einen wichtigen Einblick in die Kunst des Gedankenlesens. Dabei müsst ihr keineswegs die vollständigen Theorien lernen. Versucht einfach alles Wissen in die Praxis umzusetzen. Wenn ihr das könnt, ihr dabei zudem auch einen Vorteil herausholen könnt, habt ihr bereits genug Wissen auf eurem Weg zum Gedankenleser angesammelt.
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