Business Frau

Ich weiß nicht was ich will

Willkommen in einer emotionalen Sackgasse.

Viele Menschen mit denen ich mich unterhalten habe haben an dem einen oder anderen Punkt in ihrem Leben, in einer Konversation oder als eine Aussage über ihr eigenes Leben geäußert, sie wüssten nicht was sie wollen.

Ich verstehe sofort, warum Menschen so etwas denken. Ich verstehe nicht wie es dazu kommen kann, zumindest wie man mit seinem eigenen Gewissen solch eine Sackgasse zulassen kann, aber ich kenne die Schritte in diese Richtung.

Genau hier kommt das Schöne einer Landkarte zum Tragen. Kennt man den Weg hinein, kann man sich auch wieder hinaussteuern.

Der Weg hinein

Ich beschreibe den geistigen Fehler mit einer kleinen Geschichte.

Im Supermarkt

Du stehst im Supermarkt. Vor dir im Regal gibt es zwei Dinge.

Das Eine ist etwas, das gut für dich ist. Etwas, wovon alle Leute um dich herum sagen würden, dass es das ist, was du brauchst. Das ist, was du nehmen solltest. Es ist das Richtige.

Direkt daneben steht das Produkt, das du wirklich willst. Es ist das, was dein Herz höherschlagen lässt. Meisstens das, wovon dir die Menschen um dich herum abraten. Die falsche Entscheidung. Das Risiko. Schlussendlich aber doch das was du wirklich willst.

Der Fehler den viele hier machen ist, dass sie sich, wie bereits vermutet, für das Richtige entscheiden. Sie nehmen die Sicherheit, das geringe Risiko, das was alle ihnen empfehlen. Weil sie Angst vor Verachtung haben. Angst von ihren Mitmenschen nicht akzeptiert zu werden. Angst etwas Falsches zu machen, einen Fehler zu begehen und es vielleicht sogar bereuen würden.

Jetzt lassen wir einfach mal ein paar Jahre ins Land verstreichen. Die Menschen entscheiden sich immer wieder für das Richtige, gegen ihren eigenen Willen. Der Wille wird schwächer und unverständlicher. Irgendwann haben sie dann den Punkt erreicht, an dem sie gar nicht mehr wissen was sie wollen.

Ganz klar, wenn ich mich immer gegen meinen Willen entscheide, vergesse ich irgendwann was ich wirklich will. Und schon bin ich in der Sackgasse gelandet. Ich kenne meinen Willen nicht. Mich selbst nicht mehr. Mein Leben ist träge, langweilig, frustrierend und deprimierend.

Der Weg hinaus

Los den Rückwärtsgang eingelegt und gegengesteuert. Wir manövrieren uns eigenständig aus der Sackgasse, suchen unseren Weg, den Weg den wir eigentlich gehen wollten. Bevor wir davon abgekommen sind.

Sollte es Dinge geben die ich noch rückgängig machen kann muss ich es schleunigst tun. Wenn ich im Supermarkt stehe, das Produkt bereits in meinem Einkaufskorb liegt, laufe ich sofort zurück und hole mir das Richtige. Genau das richtige Produkt. Das Produkt das ich will. Mein Produkt.

Wenn es zu spät ist, dann muss ich damit leben. Ich könnte aber versuchen es zurückzugeben, einzutauschen, oder es zu verschenken. Denn was soll ich mit etwas tun, das ich gar nicht will? Irgend jemand Anderes wird sicherlich glücklicher damit als ich.

Durchhaltevermögen

Das ist es, das mich jetzt noch antreiben sollte. Das Durchhaltevermögen und mein eigener Egoismus. Denn dieser ist, trotz aller Unmute und böser Meinungen darüber, sehr gut. Er ist gut für mich. Denn genau darum dreht es sich hierbei. Es dreht sich um mich. Um meine Person. Es dreht sich um meinen Willen, meine Wünsche, meine Hoffnungen und mein Wohlergehen.

Gerade wenn es mir schlecht geht sollte ich diesen Weg einschlagen. Vergess alle Gegenmeinungen. Vergess alle Kritiker, alle Gutmeiner, alle guten Stimmen, Ratschläge.

Der Weg aus einer Sackgasse ist nämlich gar nicht so einfach. Ich muss rückwärs fahren. Durch alle Schluchten und Stolpersteine wieder zurückmanövrieren. Auch durch enge Stelle. Doch dies ist nunmal der einzige Weg hier raus. Und gibt es keine Möglichkeit zu wenden muss ich halt den Rückwärtsgang einlegen.

Nun fragt euch mal wer am besten im Rückwärtsgang fahren kann? Genau, die Arschlöcher, die Egoisten, die Besserwisser und Vollidioten unter uns. Die nämlich, die nicht zu viel Rücksicht nehmen. Die die wissen, dass die Menschen sich schon um ihren eigenen Mist kümmern sollten. Die jedem Menschen genau diese Freiheit lassen. Diese Verantwortung überlassen. Sie ihnen nicht nehmen und damit sogar aufzwingen. Sie leben eben nur für sich. Für ihr Leben und ihr Wohlergehen.

Geduld

Am Ende fehlt nur noch eine Prise Geduld. Damit, mit etwas Schmeid und ein paar Eiern, schaffst du es schon wieder aus der Sackgasse hinaus. Bist du einmal draussen, kannst du wieder in jede Richtung lenken, die dir richtig erscheint. Und scheu ja nicht davor hier und da auch mal ein paar Regeln zu brechen. Rote Ampeln oder Stopschilder sind manchmal einfach nur Empfehlungen und keine Regeln. ;)

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Kommentare (2) -> “Ich weiß nicht was ich will”

  1. mucknert
    28 Oktober 2009 07:21
    1

    Ich finde das Beispiel seltsam. Prinzipiell entsteht das emotionale Problem doch nicht dadurch, dass man das “Richtige” waehlt sondern ganz anders. Das “Richtige” ist Definitionssache und die emotionale Sackgasse liegt darin, nicht zu wissen, was ueberhaupt richtig ist. Du gehst hier davon aus, dass “Richtige” sei das moralisch und sozial Geforderte. Dass dies aber nicht zureicht ist allerdings schon seit ein paar Jahren ein alter Hut. :)

  2. admin
    28 Oktober 2009 11:45
    2

    Richtig ;)
    Mir geht es hier nicht um Moral, um das Richtige, das was für sich selbst und die Allgemeinheit wirklich das Richtige ist, sondern einfach nur um das eigene Wohlergehen. Das Richtige im Beispiel ist nunmal in diesem Fall das, was andere empfehlen, man selbst aber nicht will.
    Das klassische Beispiel ist, dass man den Job behalten will, den man nicht mag, weil man nichts Besseres bekommt, als das Richtige, gegen die Kündigung ebendiesen, weil es jemanden selbst glücklich macht.
    Es mag sich hinterher sicherlich auch als Fehler rausstellen können, doch man ist glücklich und motivierter wieder aus der Misere zu gelangen. Tut man dies nicht, ist nicht die zugrundeliegende Entscheidung das Problem. Dieses steckt dann nämlich viel tiefer.

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