Grenzen los
Denn die Welt dreht sich doch eben nur um mich.
Das Phänomen Midlife-Crisis zeigt das Problem deutlich auf. Die Männer halten sich selbst und ihre Wünsche zurück. Sie kümmern sich um ihre Partnerin mehr als um sich selbst, um ihre Freunde und Verwandte ständig, um sich selbst kaum. Die Männer stecken ständig zurück. Vielleicht, weil sie nirgends anecken wollen, oder weil ihnen ihre Erziehung Gegenteiliges beigebracht hat.
Oder weil ihre Partnerin es ihnen verboten hat. Dies ist so ziemlich der häufigste Grund für Männer in ihrem Leben zurückzustecken. Direkt gefolgt jedoch, man mag es kaum glauben, von genau dem gleichen Zurückstecken, jedoch aus dem Grund weil die Männer glauben ihre Partnerin würde es ihnen verbieten.
Und so durchleben viele Menschen, Männer wie Frauen, ein Leben in Zurückhaltung. Sie haben Angst vor Veränderung, Angst sich ihre wahren Wünsche wirklich einzugestehen. Sie haben Angst anzuecken oder auf Unverständnis zu stoßen. Angst schräg angeschaut zu werden und es anderen Menschen nicht recht zu machen.
Such nicht nach dem Grund
Viele Menschen machen da den Fehler nach dem Grund für ihre Angst zu suchen. Sie wollen ergründen warum sie so sind wie sie sind. Warum sie so agieren. Warum sie so denken oder so fühlen. Warum es ihnen schlecht geht.
Warum? Vielleicht in der Hoffnung, dass die Antwort auf die Frage Warum ihnen gleichzeitig auch die Antwort auf die Frage Was soll ich tun? gibt.
Leider ist dies nicht der Fall. Sobald man weiss warum man so ist, und die Antwort auf diese Frage ist meißt sehr naheliegend, steht man immernoch am gleichen Problem. Das nämlich, dass man überhaupt in dieser Situation steckt.
Man ist keinen Funken schlauer und hat wahrscheinlich viel Zeit für die Ergründung verschwendet.
Ein intelligenter Psychologe hat mal gesagt, jemand der wissen will, warum er sich schlecht fühlt, will es nur wissen, um dieses Gefühl wieder heraufzubeschwören. Sie wollen es nicht vermeiden, oder gar bekämpfen, sondern sich in diesem Gefühl verstecken. Als Rechtfertigung für vorgeschobene Gründe warum sie nicht wirklich ihren Träumen folgen können.
Ihr merkt schon, es ist ein Teufelskreis. Man kommt von einer Frage zur Nächsten und könnte sich so ein Leben lang mit der Ergründung der Ursachen beschäftigen, ohne wirklich einen Schritt voranzukommen.
Suche nach der Veränderung
Dem findigen Menschen ist so ziemlich egal warum er sich schlecht fühlt. Er akzeptiert es, versucht voranzukommen. Er will Veränderung. Er will sich wohl fühlen, komme was wolle.
Mit diesem Wunsch hat er immernoch genug Probleme ans Ziel zu kommen, jedoch schon um einiges Weniger als der ewige Ergründer.
Hier fängt das innere Wachstum erst wirklich an.
Auf zur nächsten Hürde
Auf dem Weg zum ewigen Glück findet man genug Gründe nicht seinem wahren Wunsch zu folgen. Man hat Angst vor sozialer Verachtung, vor Unverständnis, vor Veränderung. Die Freunde könnten es nicht verstehen. Man könnte sich lächerlich machen. Die Partnerin ist dagegen. Es ist zu gefährlich. Man ist nicht mehr man selbst. Es geht nicht. Man kann nicht.
Die wichtigste Hürde die man hier nehmen muss ist, zu verstehen, dass es keine Grenzen gibt. Es gibt keine einzige Grenze. Der Mensch als solcher ist frei alles zu tun was er will. Ich will jetzt keine Diskussion über physikalische Gesetze anfangen, wer dies tun möchte ist hier an der falschen Stelle. Wer wirklich disskutieren will hat das Prinzip nicht verstanden.
Man ist frei zu tun was man will. Alles was man sich vorstellen kann, kann man tun. Selbstverständlich gibt es Regeln an die man sich halten muss, aber tun kann man es.
Kein einziger Grund ist stark genug, dass es mir als Mensch unmöglich ist meinem Traum zu folgen.
Meine Freunde würden mich verstoßen
Na und? Es sind anscheinend keine echten Freunde. Sie würden mir nicht helfen, stünden mir nur im Weg. Ich habe die Freiheit sie sich selbst zu überlassen und meinen Weg zu gehen. Das ist weder tödlich noch unmöglich.
Meine Freundin/Frau ist dagegen
Ist kein wirklicher Grund. Ich kann mich entscheiden ihrem Wunsch zu folgen, oder für mich selbst glücklich werden. Denn das Glück eines Anderen muss nicht mein Glück sein. Wenn ich mich mein Leben lang um ihr Glück kümmere, bleibe ich außen vor. Wenn ich das nicht möchte, sollte ich diesen Grund bekämpfen. Niemand ist an einer Trennung gestorben. Und selbst das muss nicht immer eintreten. Für jede nur erdenkliche Konstellation an Partnerschaften gibt es mehr als genug Beispiele in der wirklichen Welt.
Es ist gefärhlich
Ich könnte all mein Eigentum verlieren, oder sogar mein Leben. Jedoch muss ich mir die Gegenfrage ebenfalls stellen. Habe ich wirklich gelebt, wenn ich dieses Risiko nicht eingehe? Eben. Ich habe nichts zu verlieren. Ein Leben im Abseits ist kein wirkliches Leben. Wer dem widerspricht, will nicht glücklich sein.
Ich sollte nicht / es ist verboten
Dies ist ja wohl eher ein Grund dafür als dagegen. Wer jedoch bereits an diesem Punkt ist, hat sich schon entschieden. Ab hier ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis man auch die ersten Schritte geht.
Gesunder Egoismus
Das ist hier mal wieder das Geheimnis. Die Lösung zu allen Problemen. Denke zuerst immer nur an dich selbst. An deine Träume. An deine Wünsche. An dein Glück.
Der einzige innere Monolog der geführt werden sollte sollte in etwa folgende Sätze enthalten.
- Wie will ich das anstellen?
- Was mach ich jetzt?
- Könnte ich es mir nicht noch spannender gestalten?
Jeder Satz der einem im Kopf durchgeht, jedes gesprochene Wort sollte eine starke Selbstliebe ausstrahlen. Nur wer sich selbst mag, wer sich selbst liebt, und gut zu sich selbst ist, kann auch ein glückliches und zufriedens Leben führen.
Ein paar Gegenbeispiele
Man möge sich nur mal ein anderes Leben vorstellen. Ich liege im Sterbebett. Bin krank, sterbe an Altersschwäche. Ich kann mich nicht mehr richtig bewegen. Nicht essen, nicht trinken. Nicht alleine auf die Toilette gehen. Schon seit Jahren nicht mehr. Ich kriege keinen Besuch, habe niemanden zum Reden.
Also denke ich über mein Leben nach. Ich denke an die vielen vielen verpassten Chancen. An Momente die mich glücklich gemacht haben und Momente die mich glücklich machen könnten. An Menschen die ich nicht kennengelernt habe. Oder an Menschen mit denen ich niemals eine Beziehung anfangen konnte. An Dinge die ich niemals wieder tun kann. An heimliche Träume die unerfüllt blieben und nun an meinem Verstand zehren.
Was wäre wenn? Wie wäre es gewesen? Was wäre passiert? Wie hätte es sich angefühlt? Ich habe viele Fehler gemacht, und aus ihnen gelernt. Aber wenn ich nun zurückblicke, habe ich viel zu wenige Fehler gemacht. Ich hätte noch viele mehr machen sollen. Viel mehr Risiken eingehen sollen.
Ich mag vielleicht vorsichtig gewesen sein. Habe vielleicht ein ordentliches Leben geführt. Mit viel Sicherheiten. War gesund. Und hatte eine Familie. Ich hatte ein Auto und ein Haus. Habe eine gute Ausbildung gemacht, und eine schöne Rente gehabt. Aber ich sterbe als unglücklicher einsamer Mann, kann meine Besitztümer nicht mitnehmen. Sie sind mir inzwischen egal. Aber Erlebnisse, die kann mir Keiner nehmen.
Will ich mein Leben so beenden? Unversehrt und ihne Kratzer? Ohne Beulen? Gut gehütet und langweilig? Immer nur könnte, möchte, will, wünsche, träume, hoffe, warte und nie habe.
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