Business Frau

Gute Absichten

Jeder Mensch hat gute Absichten.

So heisst es im NLP. Undzwar immer. Mit jeder Aktion die ein Mensch macht, mit jedem Satz den ein Mensch sagt, meint er im Grunde eigentlich nur das Beste.

Ich wette hierbei widerspricht mir nun etwa die Hälte der Leserschaft. Klar. Jeder kennt die fiesen Menschen. Die Arschlöcher der Nation. Seien es Politiker, Sklaventreiber oder auch bekannte Personen aus dem eigenen Kreis.

Jeder hatte schon mal Bekanntschaft mit Menschen die sehr böse waren. Die einem selbst etwas böses angetan haben.

Dennoch kann diese Aussage stimmen. Und das tut sie auch. Aber um sie besser zu verstehen und einfacher in die reale Welt einzupassen muss sie um eine besondere Aussage ergänzt werden.

Menschen sind gut oder egoistisch

Jeder Mensch hat mit jeder Handlung, mit jeder Aussage eine gute Absicht. Ist sie nicht gut nach Aussen, ist sie zumindest gut nach innen. Also gut zu sich selbst. Menschen sind somit entweder gut oder egoistisch. Und Egoismus, also eine von Außen betrachtete selbstsüchtige Absicht, die anderen Menschen schaden könnte, ist immernoch eine gute Absicht. Gut jedoch nur für die Person selbst.

Irgend ein Philosoph hat mal gesagt der Mensch sei von Natur aus Böse. Ich glaube es war Thomas Hobbes, aber das spielt gerade keine Rolle. Dem entgegen stand ein anderer Philosoph der behauptete dass der Mensch von Natur aus Gut sei. Es gab viele Abhandlungen von beiden Parteien. Und selbst heute haben sich die Philosophen und Meinungsweisende nicht auf eine Aussage einigen können.

Wen interessiert das schon. Wir schaffen uns unsere eigene Meinung. Diejenige nämlich, die uns dabei hilft ein besseres Leben für uns selbst zu führen. Wir sind selbst egoistisch und beweisen somit an uns selbst unsere eigene Meinung.

Jeder Mensch ist gut oder egoistisch. Und es ist auch schlüssig.

Kein Mensch hat einen natürlichen Drang zu töten, oder Straftaten zu begehen. Der Mensch ist von Natur aus ein friedliebendes Wesen. Erst wenn er sich selbst in Gefahr sieht, oder aber seine Bedürfnisse stillen will oder muss, dann greift er zu Gewalt. Er tötet dann Tiere die er essen will, oder bedroht Feinde die seine Familie oder ihn selbst bedrohen.

Geht es ihm gut, fehlt es ihm an nichts, wird er auch nicht zur Gewalt neigen. Das wäre schließlich sinnlos.

Beispiele zum Nachdenken

Man nehme einen einfachen Straßenräuber. Er bestiehlt andere Menschen um sich selbst zu bereichern. Er ist vielleicht böse zu seinen Opfern, doch aber gut zu sich selbst. Er kümmert sich wenig um die Menschen die er bestiehlt, wahrscheinlich sogar wenig um die meissten der ihm nahestehenden Personen. Er hat jedoch vielleicht Freunde, oder Verwandte, oder Kinder, um die er sich sehr wohl kümmert. Ob er es zugibt oder nicht.

Zumindest jedoch hat er sich selbst. Er bestiehlt andere um sich selbst gut zu tun. Hätte er alles was er wollen würde, Reichtum, Hab und Gut, würde er nicht mehr stehlen müssen. Tut er es doch, fehlt es ihm wohl doch an mehr. Vermutlich am sogenannten Kick, am Abenteuer und an Nervenkitzel. Dann stiehlt er sicherlich wieder ohne dass er es nötig hat. Doch in gewisser Weise hat er es doch nötig, denn er befriedigt damit ein Bedürfnis.

Am Ende geht es immer um Bedürfnisse die der Mensch für sich selbst stillen muss, die ihn zum Handeln anregen.

Sind es keine oberflächlichen und offensichtlichen Bedürfnisse, liegen sie vermutlich tiefer in seiner Psyche. Auch ein Schwerkrimineller ist im Inneren nicht böse, hat jedoch viel mehr ein Problem mit sich selbst und sieht keine andere Möglichkeit seine Bedürfnisse zu stillen als im Töten.

Wie man die einzelnen Handlungen des Menschen bewerten sollte bleibt hierbei jedem selbst überlassen. Es geht mir nur um das grundlegende Verständnis des Menschen.

Was bedeutet das für mich?

Für mich persönlich als Mensch sollte ich mir die Frage stellen, was diese Denkweise für mich bedeutet.

In erster Linie eröffnet es mir selbst ein breiteres Spektrum an Verständnis für andere Menschen. Ob mir nun jemand etwas böses antut, oder ich eine vermeindlich böse Handlung irgendwo erlebe. Ich akzeptiere, dass die Person einfach nicht böse ist, sondern vielmehr ein Bedürfnis hat, und dabei anscheinend so seine Probleme hat dieses zu stillen.

Ich kann keinem Menschen mehr seine Handlungen übel nehmen. Und tatsächlich meinen sie es in den seltensten Fällen wirklich persönlich. Sie drücken sich vielleicht schlecht aus, oder bringen es nicht gut rüber. Sie handeln vielmehr aus eigener Überzeugung oder aus eigener Not heraus.

Vorallem im Alltag birgt es eine völlig neue Sichtweise. Der pöbelnde Autofahrer der mir die Vorfahrt nimmt, meint es keineswegs persönlich. Er kennt mich nicht und will mir nichts böses. Er will nur sich selbst mehr Gutes. Das ist doch verständlich. Denn stehe ich vor der Entscheidung entweder mir selbst etwas Gutes zu tun oder einem wildfremden Menschen, entscheide ich mich doch natürlicherweise für mich selbst.

Sehr religiöse Menschen werden bei dieser Aussage sicherlich aufschreien. Sollen sie, es ändert nichts daran. Der Mensch bleibt egoistisch und ihm ist sein Leben lieb. Jeder einzelne würde sein Leben dem Leben einer fremden Person vorziehen.

Ganz anders kann dies natürlich bei liebenden Personen aussehen. Selbstverständlich gibt es hier selbstlose Menschen die ihren Freunden jederzeit helfen würden. Hier jedoch ist es aber etwas persönliches und somit etwas Anderes.

Zurück zum Autofahrer. Er hat mir also die Vorfahrt genommen und mich zum Abbremsen gezwungen. Ich könnte nun brüllen und toben. Ihn anpöbeln und fluchen. Aber es bringt sowieso nichts. Denn meisst ist er eh schon wieder weit weg.

Sicherlich muss ich sein Handeln nicht gutheissen. Klar, er hat sich nicht an die geltenden Regeln gehalten und mich zu einer ungewollten Reaktion gezwungen. Das mag kaum ein Mensch.

Nichtsdestotrotz meinte er es nicht persönlich. Es macht ihn nicht zum bösen Menschen, sondern höhstens zum Egoisten.

Böse Bekannte

Was ist nun mit Bekannten oder Freunden, die plötzlich böse Dinge tun und mir selbst damit schaden? Auch sie sind keine Ausnahme. Niemals würden sie mir etwas böses antun ohne einen Grund. Ich muss den Grund nicht verstehen, nichtmal kennen und schon gar nicht akzeptieren. Dennoch gibt es einen. Und aus der Sicht der jeweiligen Person ist dieser Grund auch mehr als schlüssig. Es mag vielleicht nicht die beste Entscheidung gewesen sein, ich hätte vielleicht anders gehandelt, doch es hat eine Daseinsberechtigung. Jeder Mensch macht Fehler, Dummheiten, egoistische Dinge. Das macht uns nicht böse, sondern nur zum Menschen.

Das bedeutet auch, dass ich keinen Bekannten wirklich hassen kann. Mag er noch so schlechte Dinge tun, mich auch in wirkliche Schwierigkeiten bringen. Sicherlich kann ich es ihm übel nehmen, seine Entscheidung nicht akzeptieren und ihm die Freundschaft kündigen. Dennoch kann ich ihn immernoch nicht hassen. Schließlich hat er auch nur aus seiner eigenen Not heraus gehandelt. Vielmehr sollte ich Mitleid empfinden, da es ihm wohl ziemlich schlecht gehen muss.

Meisst bleibe ich jedoch egoistisch. Ich helfe ihm nicht, weil ich es nicht will. Es wäre nur Zeitverschwendung, da sie offensichtlich eh nicht meine Hilfe in Anspruch nehmen wollten. Ich lasse sie ihr Leben leben und lebe mein Leben weiter.

Ein paar verständlichere Beispiele

Sagen wir ein Mädchen wurde von ihrem Freund verlassen. Er ist fremdgegangen. Klassisches Beispiel. Sie hat es irgendwann herausgefunden, ihn darauf angesprochen, doch er hat es weiterhin abgestritten.

Er selbst meinte es nicht persönlich. Vielmehr hatte er nur nicht den Mut dazu ihr die Wahrheit zu sagen. Er wollte sie nicht verletzen. Das mag unlogisch klingen, dem würde mir aber jede dieser Personen zustimmen. Vorausgesetzt es war wirkliche Liebe im Spiel. Sie haben also aus einer eigenen Angst heraus gehandelt.

Sie ist nun verletzt und verletzt ihn zurück mit Worten. Auch sie meint es nicht böse. Schließlich war bis vor Kurzem noch Liebe im Spiel. Vielmehr handelt sie aus ihrer eigenen Verletzung heraus, um sich selbst besser zu fühlen. Denn Wut und Aggressionen sind wesentlich leichter zu verkraften als Einsamkeit und Hilflosigkeit. Sie zerreisst all seine Sachen, schmeisst ihn raus, denunziert ihn überall und versucht ihm sein Leben schwer zu machen. Nicht grundlos, sondern aus ihrer eigenen Verletzung heraus. Es mag vielleicht böse aussehen und im Endeffekt auch nicht viel bringen. Selbstverständlich ist es auch keine gute Entscheidung gewesen. Doch sie hat sich nunmal genau so entschieden, und wollte nur, dass es ihr selbst besser geht.

Ob nun verständlich oder nicht, für sich selbst würde jede Person mir zustimmen. Der Taschendieb genauso wie der fremdgängerische Freund.

Jede Person muss nun für sich selbst entscheiden ob sie dieses Weltbild annehmen möchte oder nicht. Es ist schlüssig und macht mir mein Leben wesentlich einfacher. Denn mit Verständnis komme ich bei Menschen weiter. Je sturer sie sind, desto eher komme ich bei ihnen vorwärts.

Gib mir 'nen Kaffee aus

Ähnliche Artikel:

  1. Menschenkenntnis und Manipulation Was wäre ein guter Gedankenleser ohne ein bisschen schwarze Kunst?...



Antworten




  Tweep.de - ©2009      Tweep RSS