Business Frau

Neustart der emotionalen Schaltkreise – Teil 2

Manchmal ist mein Leben viel zu monoton und eindimensional. Als würde ich nur auf Sparflamme leben. Doch jetzt puste ich meine emotionalen Schaltkreise mal ordentlich durch, und starte neu.

Weiter gehts.

Wut

Wieder eine Emotion, die jeder kennt. Einmal entfaltet birgt sie ungeahnte Kräfte. So stark, dass man alles Andere aus den Augen verliert. Lebt also mal so richtig die Wut aus, und blast die verkalkten Arterien ordentlich durch.

So schwer sollte es auch nicht sein. Denkt an eine frühere Situation, an der ihr wütend wart. Kommt sie jetzt noch nicht, grabt tiefer. Lebt euch weiter ein, und spornt sie an. Seid irrational. Wen interessiert das schon. Hauptsache ihr tobt vor Wut.

Die Regeln: Ehrliche Wut. So stark, dass man gegen die Wand schlagen kann, und keinen Schmerz verspürt. Dass euer Kopf blutrot anläuft und fast droht zu platzen.

Das Ziel: Eine geplatzte Ader im Auge wäre nett. Aber es reicht wenn ihr euch knallrot im Spiegel betrachtet.

Trauer

Ein unangenehmes Gefühl. Und daher um so wichtiger endlich mal damit umgehen zu lernen. Erlebt bewusst eure Trauer, damit ihr endlich mit den offenen Enden abschließen könnt.

Sehr gut eignen sich hier auch Situationen aus der Vergangenheit. Menschen die man nicht mehr sieht, oder die man nicht erreicht. Ein Leben, das man heute nicht mehr hat. Die Leichtigkeit des Kindseins. All diese Dinge, und noch mehr, kann man für das Nachtrauern zurate ziehen.

Die Regeln: Je trauriger desto besser. Stapelt die einzelnen Situationen aufeinander, und steigert euch rein in eine Wucht aus emotionaler Trauer.

Das Ziel: Weinen. Weinen ist ein deutliches Zeichen für Trauer. Ihr sollt zittern und heulen. Schluchzen und einfach traurig sein.

Peinlichkeit

Eine lustige und leicht verstörende Emotion. Es versetzt einen in einen Zustand, an dem man unsicher ist. Man weiß die Situation nicht wirklich einzuordnen, und wechselt eigentlich zwischen vielen Emotionen hin und her. Darin involviert sind Fröhlichkeit, Trauer, Verstörung, Wut.

Aber richtige Peinlichkeit zu erleben ist dennoch gar nicht schwer. Seid ihr gerade unter Menschen, dann schreit einfach laut. Es gehört viel Mut dazu sich in eine peinliche Situation zu begeben, doch ist man einmal drin, hat man es auch schon geschafft.

Die Regeln: Macht etwas richtig peinliches. Etwas, bei dem ihr selbst kurz vor dem Ausführen einen deutlichen Widerstand im Kopf und im Körper erlebt. Es ist ein Zucken das den ganzen Körper rüttelt. Man erlebt es immer, wenn man mit völlig neuen und unbekannten Situationen konfrontiert ist.

Das Ziel: Ebendiese Reaktionen. Ein Zucken. Deutlicher Widerstand. Schamesröte im Gesicht, und zittrige Beine. Schweißnasse Hände. Stottern ist auch nicht schlecht.

Neugier

Eine eher kindliche Emotion. Es ist vergleichbar mit Peinlichkeit, wenn auch im Wesen völlig anders. Kinder die Neugier verspüren, verspüren eben keine Peinlichkeit. Hier gilt also entweder oder.

Auch hier können fremde Menschen sehr helfen. Schaut euch eine interessante Person an. Wie sieht sie aus. Was mag sie jetzt denken? Wie könnte sie euer Leben bereichern? Ein gesundes Interesse an neuen Bekanntschaften, potenziell freudigen Erlebnissen, ist es, das die Neugier weckt.

Die Regeln: Und wieder einmal gilt es sich mit etwas völlig Neuem zu konfrontieren. Sucht euch etwas aus, das euch insgeheim schon immer mal interessiert hat. Das ihr euch jedoch nie vorher getraut habt anzugehen. Jetzt ist der große Moment gekommen.

Das Ziel: Echte Neugier. Und anfänglicher Drang das Neue auch wirklich zu erforschen. Tatendrang ist eine richtig erfolgreiche Emotion die auf Neugier folgt. Verspürt ihr dies, mit Motivation und Zielgerichtetheit, habt ihr es geschafft.

Die Lehren

Nichts sollten wir tun, ohne daraus eine Lehre zu ziehen. Die ganze Anstrengung sollte sich schließlich auch auszahlen. Doch das Schöne ist, dass man aus Allem eine Lehre ziehen kann. Man muss nur genau danach suchen, und ihr offen gegenüberstehen.

Habe ich die oberen Emotionen nur halbherzig verfolgt, und die Ziele eigentlich nicht wirklich erreicht, kann ich natürlich nichts daraus gelernt haben. Die Ziele sind wichtig. Sehr wichtig. Und so sollte ich jede kleine Aufgabe sehr ernst nehmen.

Habe ich das alles aufrichtig getan, kommen die Lehren ganz alleine zu mir. Sie tun sich vor mir auf, machen sich deutlich bemerkbar, und piesacken mich so lange bis ich sie wahrnehme.

Man lernt, dass die Emotionen viel tiefschichtiger sind, als man annehmen mag. Das jede Emotion für sich etwas Besonderes ist, was es gilt auszuleben. Voll auskosten sollte man sie sogar. Ob gut oder schlecht. Durchlebt sie. Mit innbrünstiger Leidenschaft, und bis zum letzten Tropfen.

Hat man einmal die ganzen Schaltkreise durchgepustet fühlt man sich wie neugeboren. Man fühlt sich frisch und vital. Voller Leben. Denn man ist wieder im Leben. Raus aus der Lethargie, die man durch eindimensionale Verfolgung einiger weniger Emotionen in sein Leben geführt hat. Jede Emotion ist wichtig und sinnvoll.

Das Schnellfahrticket

Das Ziel hier, innerhalb kürzester Zeit den gesamten Strang an Emotionen zu durchleben. Auf los gehts los.

  • Bewerft eine fremde Person mit irgendwas
  • Schaut ihr sehr ernst ins Gesicht und verzieht dann eine Grimasse
  • Sprecht sie an
  • Fangt an euch mit ihr zu streiten
  • Entschuldigt euch
  • Verlasst die Person in einem unpassenden Moment
  • Kommt wieder und erzählt einen dämlichen Witz

Wer kann die einzelnen Emotionen hier erraten?

Gib mir 'nen Kaffee aus

Ähnliche Artikel:

  1. Neustart der emotionalen Schaltkreise – Teil 1 Das Spektrum an menschlichen Emotionen ist enorm. Wir sind im...
  2. Facial Expressions Stellt euch vor ihr könntet jede einzelne Person direkt lesen....
  3. Mann von Welt - Teil 2 Werde zum Mann von Welt. Die Fortsetzung. Mann im Privatleben...
  4. Von Höhen und Tiefen Als emotionaler Mensch bin ich ständig von meinen Emotionen getrieben....
  5. Innere Einstellung Mein Leben ist doof? Nicht mein Leben bestimmt mich. Ich...



Antworten




  Tweep.de - ©2009      Tweep RSS