Business Frau

Die Macht der Visualisierung

Stell dir vor du wärst am Ziel.

Wenn es um die Themen Motivation und Produktivität geht, bin ich immer hellhörig. Neue Methoden für mehr Erfolg, mehr Konzentration und neue Kampfansagen an die Prokrastination, und ich fange sofort an zu lesen. Natürlich anstatt die Dinge zu tun, die ich eigentlich tun sollte. Aber über dieses Paradoxon habe ich bereits geschrieben.

Dieses Interesse sagt über mich aus, dass ich mit meiner derzeitigen Produktivität nicht zufrieden bin. Ständig denke ich da geht noch mehr. Immer möchte ich mich verbessern. Fast schon zu ehrgeizig, mit einer deutlichen Tendenz zur Manie.

Schlußendlich habe ich sicherlich von vielen Dingen einiges gelernt, und wende es bewusst oder unbewusst in meinem alltäglichen Ablauf an. Und so picke ich mir aus den verschiedensten Lehren und Methoden die Essenz heraus und erschaffe mir mein eigenes System.

Die Lücke in den Motivationssystemen

Ich habe wirklich schon so einige Systeme ausprobiert. Doch irgendwie fehlte mir immer ein fundamentaler Baustein.

Es ist doch immer das Gleiche. Ich nehme mir vor morgens früher aufzustehen, oder Abends einen weiteren Artikel zu schreiben, oder am Wochenende Joggen zu gehen, oder sonst irgendwas. Doch lieg ich morgens im Bett und der Wecker klingelt, dreh ich mich nur um und schlafe weiter. Ist es Abends und sitze ich vor dem Laptop beim Fernseher, will ich eben nur noch diese eine Szene schauen. Und kaum versehen ist der ganze Abend draufgegangen, ohne einen wirklichen Fortschritt. Und ist es dann Wochenende, finde ich genug Ausreden jetzt eben nicht joggen zu gehen. Ich schiebe es vor mir hin.

Diese Krankheit nennt sich Prokrastination, das Aufschieben von Dingen. Bewusst oder unbewusst. Es hält mich auf vom eigenen Fortschritt.

Klar, in bewussten Momenten, in denen ich meine Tagesabläufe plane und mir wieder einmal vornehme Dinge besser zu machen, ist es leicht sich Sachen vorzunehmen. Doch ist man dann in einer Situation, in der man nicht klar denkt und in der man Affektbasiert handelt, ist es alles andere als einfach. Und wieviel Motivation ich auch einzupacken versuchte, diese Hürde des tatsächlichen tuns fiel mir sehr schwer.

Wer kennt es nicht. Der Geist ist willig aber das Fleisch ist schwach. Und hinterher fühlt man sich schlecht und wie ein Versager. Dabei geht man es vielleicht nur zu ungenau an.

Innere Schmetterlinge

Eben Pagan, ein Motivationsguru aus Amerika, spricht von den inneren Schmetterlingen, wenn er genau diese Affektsituationen beschreibt. Die inner butterflies, die eine gewaltige Menge an Folgereaktionen hervorrufen. Das Konzept ist etwas knifflig, aber im Prinzip simpel, ist man einmal dahintergestiegen.

Die Grundidee stammt aus der Chaosforschung, der sogenannten Chaostheorie, dessen bekanntester Satz ist Der Flügelschlag eines Schmetterlings in China kann einen Orkan in Amerika auslösen. Die Chaosforschung, in der man mit chaotischen Systemen arbeitet, hat prinzipiell nichts mit dem Chaos zu tun, dass man meisstens unter diesem Wort versteht. Doch darauf muss ich hier nicht näher eingehen, denn es reicht, dass man den Satz kennt.

Dieser innere Schmetterling ist also beispielsweise der Gedanke den ich habe, wenn ich vor meinem Laptop sitze um einen neuen Artikel zu schreiben. Mal eben noch diese Szene schauen, oder Noch schnell Mails checken. So angefangen löse ich eine unbewusste Kette von Folgereaktionen aus. Ich schaue Mails nach, überprüfe meine RSS Liste, schreibe ein paar Mails, surfe nach neuen Informationen im Internet, und so weiter. Kaum hab ich mich versehen sind drei Stunden vergangen und ich habe sie nur mit allen möglichen Aktionen vergeudet.

Die Situation am Morgen ist auch sehr bekannt. Der Wecker klingelt und ich denk nur noch einmal umdrehen und 5 Minuten schlafen. Und schon sind zwei Stunden vergangen und ich hab wieder den halben Tag verplempert.

Die Lösung

Was also nun dagegen tun? Wie oft habe ich schon versucht mich zusammenzureissen? Ich habe mir fest vorgenommen es diesmal zu machen. Mir mit Strafen gedroht, oder mit Belohnungen gelockt. Habe mit Freunden darüber gesprochen und hatte einen starken Willen. Doch am Morgen sieht das alles ganz anders aus.

Jetzt habe ich von Eben Pagan eine neue Methode kennengelernt. Es ist die Visualisierung und ich bin wirklich sehr glücklich darüber. Es ist wie ein bewusster Schalter, der mich in die von mir gewünschten Bahnen lenkt. Und das ohne eine nahezu unmenschliche Überwindung meines inneren Schweinehunds.

Die Technik

Aus der NLP kommt, falls ich mich richtig erinnere, diese Technik. Ich stelle mir ersteinmal die Situation vor, in der solch ein Schmetterling anfängt. Ich sitze also auf meiner Couch und habe den Laptop vor mir. Der Fernseher läuft. Ich stelle mir diese Situation bildlich vor. Fühle, was ich in der Situation fühle. Und nun stelle ich mir erstmal vor, wie es immer abläuft. Ich schalte um, und schaue Fern. Ich lege den Laptop beiseite, und verstumpfe vor dem Gerät.
Nun kommt der wichtige Schritt. Ich möchte es ändern, also stelle ich mir diese Veränderung vor.

Ich schließe also nochmals die Augen, und stelle mir vor, ich sitze da. Der Laptop auf meinem Schoß. Nun greift meine Hand zur Fernbedienung und will schon umschalten. STOP. Ich werde mir, in Gedanken, meiner Tat bewusst. Ich stelle fest, was ich gerade im Begriff bin zu tun. Nämlich nicht das, was ich eigentlich will. In Gedanken lächel ich also, da ich meine eigene Schwäche erkenne, atme tief durch, lege die Fernbedienung beiseite, und konzentriere mich wieder aufs Schreiben.

Diese Visualisierungsübung mache ich nun 5 mal hintereinander. Ich spüre die Gefühle, die Faulheit, die Ablenkung des Fernsehers, und dann die bewusste Unterbrechung des inneren Schmetterlings.

Ist die Übung ersteinmal 5 mal hintereinander getan, ist sie schon im Kopf leicht verankert. Damit habe ich die Basis gesetzt. Jetzt ist es so, dass ich dieses bewusste Stop direkt während der Situation spüre. Wenn ich nun wirklich wieder in der Situation bin, und gerade dabei bin umzuschalten, regt sich etwas in meinem Kopf. Ich sehe bewusst was passiert, muss leicht schmunzeln, atme kurz durch, und mache wieder weiter mit dem, was ich eigentlich tun will. Es fällt mir nicht einmal wirklich schwer. Ich bin sogar sehr froh darum, dass ich es wirklich bewusst feststelle.

Auch beim morgendlichen Aufstehen hilft es sehr. Ich habe visualisiert, wie morgens der Wecker klingelt und ich erstmal sehr müde und erledigt mich wieder umdrehe. Dann verändere ich die Situation und werde mir meiner Tat bewusst. Dann liege ich kurz da, stelle fest, was ich da gerade tu und stehe dann auf.

Und am nächsten Morgen war es wirklich so. Es ist sehr faszinierend und ich bin sehr zufrieden damit.

Mit stetiger Visualisierung zu mehr Bewusstsein und Erfolg

Ich habe zuerst mit diesen beiden Dingen angefangen. Artikel schreiben und morgens aufstehen. Und es hat bestens funktioniert. Ich bin sehr zufrieden.

Mit der Zeit versuche ich nun nach und nach neue Dinge zu verändern. Ich überlaste mich nicht direkt mit vielen neuen Änderungen sondern konzentriere mich immer wieder nur auf eine neue Änderung. Dabei lasse ich jedoch die alten Visualisierungen nicht außer Acht. Eine Faustregel sollte sein für die ersten zwei Wochen, besser sogar für den ersten Monat, die Visualisierungen regelmäßig zu wiederholen. Denn es wird immer wieder Situationen geben, die schwerer sind, als andere. Doch immer wieder erneuert kann man so bewusst gegen seinen Schweinehund ankämpfen und zu neuen Erfolgen aufsteigen. Ohne inneren Druck, ohne überwältigende Anstrengung, ohne dass man sich durch Misserfolg zu sehr aus der Bahn werfen lässt.

Visualisierungen sind eine großartige Technik sich bewusster wahrzunehmen und sein Leben so zu gestalten, wie man es wirklich will.

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