Facetten der Ansprechangst
Aaaah – Tag 2. Auch heut heiße ich euch herzlich willkommen, Männer.
Nachdem ihr nun gelernt habt, wo eure Angst eigentlich herkommt, werdet ihr heute nochmals alle Stufen der Angst kennenlernen. Ihr kennt sie alle, das ist mir bewusst. Doch wir werden sie einzeln analysieren und somit besser beurteilen lernen.
Ausprägungen – Eine Checkliste
Die folgenden Anzeichen durchlebt ihr wahrscheinlich beim Versuch ein Mädchen anzusprechen:
- Aufregung – Nachdem der erste Blick im Hirn angekommen ist, kommt die Aufregung
- Nervosität – Direkt gefolgt von der Nervosität
- Unsicherheit – Aus dem beiden ersten Anzeichen entsteht die Unsicherheit und Selbstzweifel kommen auf
- Körperliche Anzeichen – Zittern, Schwitzen, der Klos im Hals. Manchmal merkt man auch einen leichten Schwindel um die Augen
- Ausreden – Es folgen tausende Ausreden warum man doch nicht ansprechen sollte
- Wut – Vorallem auf sich selbst. Die Angst nervt, und man ist wütend auf sich selbst
- Lügen – Die Ausreden schwingen über zu Lügen. Die Frau ist doch nicht hübsch genug, oder eine Zicke
Die einzelnen Etappen
Eine typische Disconacht beinhaltet sicherlich folgende Etappen. Beobachtet euer eigenes Verhalten, und prüft inwieweit sich euer Abend mit dieser Beschreibung gleicht. Sicherlich erkennt ihr viele Parallelen.
- Ich betrete die Disco und es sind bereits ein paar Leute da. Meine Freunde und ich gehen direkt zur Bar. Erstmal etwas Alkohol kaufen, zum Auflockern. Bereits auf dem Weg schweifen meine Augen durch den ganzen Raum. Ich schaue mir alle Mädchen an. Ist sie heiss, ist sie begehrenswert? Klar ist sie das. Aber sie sitzt bereits mit ein paar Leuten da.
- Das Bier in der Hand setzen wir uns an einen Tisch und schauen weiterhin in den Raum. Eine Gruppe Mädchen tanzt bereits. Eine davon ist auch wirklich süß. Aber die sind ja beschäftigt. Ich könnte gar nicht erst hingehen, sie würde mich ignorieren. Außerdem bin ich ja noch viel zu nüchtern.
- Bereits das zweite Bier in der Hand gehen wir, also meine Kumpels und ich, gemeinsam zur Tanzfläche. Es sind bereits ein paar Leute dort, und haben Spaß. Wir fangen langsam an zu tanzen. Wir sind an einem Mädchen vorbeigegangen und jeder von uns hat sie angeglotzt. Sie hatte aber auch ein geiles Oberteil an. Ich hab nur ein halbes Hi gestammelt, aber sie hat es nicht einmal mitbekommen. Ist wohl auch besser so.
- Die Tanzfläche ist inzwischen voll und wir haben wenig Platz zum Tanzen. Ich stoße oft gegen andere Menschen. Und dabei schaue ich immer wieder zu den Mädchen, die weiter vorne miteinander tanzen. Sie hat mich bereits einmal angeschaut, aber ich habe mich nicht getraut den Blick zu halten. Jetzt schaut sie gar nicht mehr rüber.
- Leicht frustriert geh ich alleine zur Bar, um mir noch ein Bier zu holen.
- Da kommt die absolute Bombe gerade die Treppe herunter. Es ist wie im Film. Ich sehe sie in Zeitlupe runterlaufen. Ihre Haare wallen und mit einem leichten Schwung fliegen sie über ihre Schulter. Ich schaue immernoch hin und bemerke, dass ich aufgeregt werde.
- Mein Herz klopft deutlicher, und meine Augen weiten sich. Ich nicke mit einem Grinsen auf den Lippen, weil ich weiß, dass sie der Knaller ist. Ich fasse jetzt bewusst den Entschluss sie ansprechen zu wollen.
- Doch schon kommt die Nervosität. Ich fange leicht an zu zittern. Mein Herz klopft noch deutlicher. Sie kommt bereits in meine Richtung. Vermutlich will sie auch zur Bar. Oh mein Gott.
- Sie kommt hier her. Sicherlich hat sie bereits gesehn, dass ich sie beobachte. Da! Jetzt hat sie mir auch kurz in die Augen geschaut. Und ich Trottel hab schon wieder weggeschaut. So ein Mist.
- Aber ich muss etwas sagen. Ein Hi ist hier aber nicht genug. Es muss schon was mehr sein. Vielleicht ein Na, was willst du trinken?. Ich weiß nicht. Ich merke wie sich ein Klos in meinem Hals bildet. Ich muss mich mehrfach räuspern. Sie ist schon fast da. Wie peinlich. Meine Augen werden schon groß, weil ich wirklich etwas sagen will. Kennt ihr auch dieses Gefühl, dass die Augen in einer Sekunde zucken? Es ist ein Schaudern, das dann direkt durch den ganzen Körper wandert. Und es fühlt sich an, alsob es jeder Mensch im Raum sehen kann. Muss das bekloppt aussehen.
- Nein, so kann ich sie nicht mehr ansprechen. Sie hat mich bereits gesehn, und das Zucken ebenfalls mitbekommen. Ich hab auch diesen Klos, und meine Stimme würde umbrechen. Zudem ist es hier laut, und sie würde mich eh nicht hören. Und ich bin nicht einmal ihr Typ. Den hat sie nämlich sicher hier irgendwo stehen. Und wenn sie hier was bestellen will, dann störe ich sie besser nicht. Würde mich ja auch nerven. Irgendwie. Sicherlich.
- Da geht sie schon wieder weg. So ein Mist. Mensch, du bist so ein Weichei. Ein Verlierer der niemals ein Mädchen ansprechen kann. Jeder Trottel hätte sie angesprochen. Wenigstens ein Hi. Du könntest auch sicherlich noch mehr sagen, aber nein. Du hast dich nicht getraut. So ein blöder Bockmist. Das nervt echt. Ich bin so eine Flasche.
- Meinen Freunden sage ich, sie war eh nicht so heiss. Ihr hättet sie mal aus der Nähe sehen müssen. Die hatte ganz komische Lippen, und war total flach. Und auch viel zu alt. Nene, ich steh ja eh auf andere Frauen.
Wie die Angst erkennen?
Das ist ganz einfach, Männer. Immer. Wenn ihr euch fragt ob ihr gerade Angst habt, dann habt ihr welche. Wenn ihr euer Mädchen gesehen habt, und nicht in den nächsten 10 Sekunden im Gespräch seid, dann habt ihr die Angst. Genau dann. Und genau dann wird auch die Kette durchlaufen, die ihr gerade kennengelernt habt. Garantiert.
Wir fassen es sogar noch weiter.
Immer, wenn ihr ein Mädchen anschaut, also wirklich anschaut. Damit meine ich jede Situation in der ihr die Frau auch wirklich seht. Es gibt Frauen die ihr nicht ansprechend findet, die seht ihr bereits bevor euer aktive Blick sie wahrnimmt. Ihr schaut sie nicht einmal an, sondern schweift direkt weiter. Sobald ihr sie jedoch anschaut, mustert, beobachtet, und nicht ansprecht, da meldet sich bereits die Angst bei euch.
Ihr könntet hingehen, und sie ansprechen. Sie nicht aufreissen, aber kennenlernen. Vielleicht ist sie einfach ein toller Mensch, oder kann euch andere tolle Frauen vorstellen. Ihr findet sie zumindest interessant genug, um sie anzuschauen. Also solltet ihr sie auch ansprechen. Ihr könnt das nicht? Da ist die Angst. Ihr habt sie erfolgreich erfasst.
Ein bisschen übertrieben? Keineswegs. Seid ehrlich zu euch selbst. Zu oft merkt ihr die Angst in euch nicht wirklich so bewusst wie oben beschrieben. Die tükischen Momente sind die, in denen ihr wirklich glaubt, dass die Frauen euch nicht interessieren. Das glaubt euer Unterbewusstsein bereits direkt, auf Basis eures Verhaltens aus der Vergangenheit.
Sie kommt schleichend, und sie ist tükisch. Nicht also die bewussten Angstmomente sind die, die bekämpft werden müssen, sondern vor allem die Unbewussten. Die, die ihr nicht einmal merkt. Sie halten euch auf, und verhindern, dass ihr sie wirklich bekämpfen könnt.
Ein Schock, nicht wahr? Überall heißt es, man muss sich durch die Angst kämpfen, und den Mut zusammenfassen. Und ihr habt es auch sicher das eine oder andere Mal geschafft, und habt sie dennoch in euch. Ein paar Mal habt ihr sie bekämpft, aber sie ist noch da. Und ihr fallt auch oft zurück in das Muster, und ärgert euch erneut.
Wie nun soll man diese Barriere besiegen? Wie gehe ich es wirklich an? Das erfahrt ihr am nächsten Tag des Workshops.
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