Ursachen für die Ansprechangst
Aaaah – Tag 1. Willkommen zu unserem neuen Workshop.
Ihr alle habt ein gemeinsames Problem, Männer. Ihr alle leidet gerade unter der Ansprechangst. Ihr macht diese Phase durch, die jeder andere Flirtguru, oder auch einfach nur Hobbyflirter ebenfalls durchmachen musste. Jeder von uns ist davon betroffen. Bei den Einen prägt es sich nur etwas stärker aus als bei den Anderen. Oder sie kommen besser damit klar, und können mit mehr Leichtigkeit ihre Angst beiseite schieben. Wer weiß es schon. Und wen interessiert es auch. Das eigentliche Problem habt ihr gerade. Genau jetzt. Und jetzt muss es bei euch bekämpft werden. Und desshalb seid ihr heute hier.
Wir lernen heute etwas über die evolutionäre Geschichte der Männer, und damit über die Ursachen eurer Angst.
Die Epigenetik
Die Wege des Schicksals sind unergründlich. Doch dem aufmerksamen und positiven Gesellen wirft es sehr viele Bonbons zu. Und genau so kommt es, dass gerade heute ein Bericht in den Nachrichten erschienen ist, in dem Forscher die Epigenetik belegt haben.
Es folgt ein Crashkurs in Genetik für Anfänger. Im Laufe der Menschheit hat sich ein gewisser Pool an Genen entwickelt. Dieser bestimmt wie wir aussehen, was wir können, und wie wir uns entwickeln. Beim Paaren haben die Menschen ihr Erbgut, also ihre Gene, an ihre Nachkommen weitergegeben. Dabei traten jedoch ab und an kleinere Mutationen auf, also Abweichungen vom originalen Erbgut. Manchmal kann diese Abweichung einen Vorteil in der Natur darstellen. Hat zum Beispiel ein Kind stärkere Beinmuskeln gehabt, konnte es besser vor Säbelzahntigern weglaufen, als die anderen Kinder. Sein Erbgut wurde also mit höherer Wahrscheinlichkeit weitergegeben, weil die anderen Kinder schließlich vom Tiger gefressen wurden. Über die vielen Tausenden und Millionen von Jahren hat sich somit ein immer ausgefeilterer Pool an Genen herausgebildet. Undzwar der Pool, der es dem Menschen ermöglicht hat zu überleben und sich erfolgreich fortzupflanzen.
Die Epigenetik nun setzt noch einen oben drauf. Sie sagt, nicht nur der Zufall, und die Mutationen sind für den Vorteil der Nachkommen verantwortlich, sondern auch das Gelernte der Eltern. Man hat belegen können, dass bewusst gelernte Prozesse sich wohl in den Genen widerspiegeln, und an die Nachkommen weitergetragen werden. Eine prinzipiell tolle Sache.
So kann man auch erklären, warum Vögel fliegen, und Enten schwimmen.
Zurück zum Menchen
Was eine wirklich sehr tolle Erfindung der Natur ist, ist das was euch heute im Weg steht euer Leben bewusst und spannend zu leben, mit einem Überschuss an Frauen.
Früher haben die Menschen nämlich in kleinen Gruppen zusammengelebt. Damals in der Steinzeit jedenfalls. Es gab nicht so viele Menschen wie heute, und somit hatte Mann kaum Möglichkeiten neue Frauen kennenzulernen, als die die bereits in der Gruppe vorhanden sind.
Von also etwa 15 Frauen die es insgesamt gibt, könnte man 8 schon ausschließen, als Partner für die Nachkommen auszuwählen. Die Frauen waren entweder zu alt, oder zu jung, oder bereits vergeben.
Man hatte also eine Hand voll Frauen, mit denen man eine Partnerschaft eingehen könnte. Doch es gab auch die Konkurrenz. Und die war genauso verbissen wie man selbst.
Hat ein Exemplar also eine Frau angesprochen, konnte es gut passieren, dass ein Konkurrent dazwischenkommt. Und was hat er dann gemacht? Er hat das Exemplar umgebracht. Es gab schließlich keine Gesetze, und keine Konsequenzen. Da war ein Feind, und der musste aus dem Weg geräumt werden.
Wer hat also überlebt? Einmal der Mann, der die Konkurrenz gnadenlos niedergestreckt hat, denn er bekam die Frau, und konnte sich erfolgreich fortpflanzen. Und dann gab es noch den kleinen Mann, im Schatten, der die restlichen Frauen bekommen hat. Derjenige nämlich, der die Angst entwickelt hat, die Frau anzusprechen, die er wirklich wollte. Diese Angst hat ihm ermöglicht zu überleben, und nicht niedergestreckt zu werden.
Das erklärt im Übrigen auch, warum die Angst so stark ist, dass sie euch lähmt eurem Willen zu folgen. Euer logische Verstand, der erst in den letzten paar Tausend Jahren stark entwickelt wurde, der weiß, dass euch keine Gefahr droht, beim Ansprechen einer schönen Frau. Doch eure Biologie ist noch nicht dahintergestiegen. Sie hatte Millionen von Jahren Zeit sich zu entwickeln, und steckt desshalb so tief in euch verwurzelt.
Genau diese Angst ist euch im Genpool übermittelt worden.
Wer sich jetzt noch die Frage stellt, warum ich sicher bin, dass er zu der letzten Gruppe gehört, dem sag ich folgendes. Ihr wärt gar nicht hier, wenn ihr zur ersten Gruppe gehören würdet. Ihr wärt bereits bei den Frauen, und würdet euch gar keine Gedanken um diese Thematik machen. Das ist nicht wertend. Das ist einfach ein Fakt mit dem man leben muss.
Wunderbarerweise kann man es ja auch ändern, und genau dafür seid ihr hier.
Akzeptiert die Angst
Ihr seht also, ihr habt keine Chance. Die Angst ist in euch, in jedem von euch. Sie ist sehr stark. Verständlich also, dass ihr so viele Probleme mit ihr habt. Der erste Schritt sie zu bekämpfen ist sie erst einmal zu akzeptieren. Ihr könnt nichts dafür. Weit vor euch gab es Männer, die Probleme hatten Frauen anzusprechen. Und auch weit nach euch wird es welche geben, die Probleme damit haben. Doch denkt mal darüber nach. Wenn ihr jetzt in den Kampf gegen die Angst geht, und sie erfolgreich besiegt, habt ihr euren Kindern bereits einen großen Gefallen getan. Man könnte schon fast behaupten, ihr habt die Verantwortung die Welt ein Stück besser zu machen.
Doch denken wir erstmal nur an uns selbst. Wir akzeptieren die Angst. Wir machen uns keine Vorwürfe, dass sie da ist, sonden nehmen hin, dass wir sie nun bekämpfen müssen. Ein notwendiges Übel. Doch was wäre eine Aufgabe ohne Hindernisse? Dann würde ja jeder perfekt sein, und man selbst könnte nicht mehr im Rampenlicht stehen, und sich von der Masse abheben. Also ran an den Speck.
Und wieder eine Hausaufgabe
So ein Workshop darf selbstverständlich nicht ohne eine praktische Aufgabe enden. Aber dieses Mal ist es leicht, Männer. Ich möchte lediglich, dass ihr raus geht, und versucht 5 Frauen anzusprechen. Es müssen Frauen sein, die ihr auch interessant findet.
Schreibt jeden Gedanken auf, den ihr während des Aussuchens habt, und auch während dem Weg zur Frau hin. Ob ihr es wirklich durchzieht oder nicht, schreibt all eure Gedanken, und vor Allem eure Ängste auf. Macht sie euch bewusst. Denkt darüber nach was ihr in dem Moment denkt, wie ihr euch fühlt, und wie ihr darauf reagiert. Seid ihr wütend auf euch selbst? Auf die Angst? Was macht ihr?
Schreibt alles auf, macht es euch bewusst, und rekapituliert diese Gedanken mit dem Gelernten des heutigen Workshops. Lernt aus euren Ängsten, und versteht, dass sie nun mal da ist, und ihr sie jetzt wirklich bekämpft.
Das ist erstmal alles. Also bis dahin, keep it smooth, sagt euer Onkel Smooth.
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