Tötet Joe Average
Denn er muss leiden!
Viel zu lange hat er uns bereits gequält. Wie ein Fluch sitzt er uns im Nacken und treibt allerlei Schabernack mit uns. Er spielt mit uns. Doch es ist kein schönes Spiel. Eher wie eine Partie Schach, die man in 6 Zügen verliert, weil man gegen den amtierenden Weltmeister spielt.
Er meint er ist unser bester Freund. Verspricht uns alles mögliche. Er verspricht, dass er uns einen Gefallen tut. Dass er pünktlich zu einem Treffen erscheint. Er lügt und betrügt uns. Hält sich nicht an Abmachungen, und bricht nahezu ständig sein Wort.
Und doch verzeihen wir ihm jedes Mal. Niemand anderem würden wir so verzeihen. Er lügt und betrügt. Stiehlt und enttäuscht. Immer und immer wieder. Bei jeder anderen Person würden wir bereits nach ein paar Malen schon deutlich machen, dass wir sie nicht mehr schätzen. Schluss machen. Sie zur Hölle jagen. Hauptsache wir müssen nicht mehr mit ihr zu tun haben
Nicht bei Joe. Ihm verzeihen wir alles. Wir versuchen sogar ihn zu verstehen. Nehmen ihn in Schutz, und behaupten, er meine es nicht so. Er ist ja ein guter Mensch und strengt sich wirklich an. Man missversteht ihn nur.
Noch schlimmer. Wir versuchen ihm zu gefallen. Hey Joe, du bist toll. Lass uns doch was machen. Das wird ganz toll. Da vertrauen wir ihm wieder, und setzen alle Hoffnungen in ihn. Zu schnell jedoch werden wir wieder enttäuscht von ihm. Da geht das Spiel wieder von Vorne los.
Jetzt reicht’s!
Ich mach schluss. Es ist aus und vorbei. Hau bloß ab Joe Average. Du bringst mir nichts als Ärger. Ich mag dich nicht einmal, und helfen tust du mir schon gar nicht.
Trennung ist aber schwer. Wer macht schon gerne Schluss. Am Ende wird man doch wieder schwach und hängt wieder fest. Oder ich werde eifersüchtig und fang aus alter Gewohnheit doch wieder an zu klammern.
Am Besten ist ihn ganz abzusägen. Er wird umgebracht. So kann er nie wieder zurückkommen. Dann bin ich gezwungen alleine zu sein und mein eigenes Leben zu leben. Genau das ist es, was ich will.
Der Plan
Ich muss ihn eiskalt abmurksen. Joe darf keine Macht mehr über mich haben. Viel zu lange habe ich mich von ihm herumschubsen lassen. Jetzt bestimme ich mein Leben. Joe muss verschwinden.
Der erste Schritt ist noch einfach. Ich mache mir bewusst, dass er da ist und dass ich ihn loswerden will. Immer wenn ich ihn treffe, wenn er mich zwingt etwas zu tun, wenn er mir etwas verspricht und wenn er es hinterher nicht hält, denke ich daran, wie sehr ich ihn umbringen will.
Ich muss bewusst daran denken, wie sehr ich ihn verachte und wie sehr er mir schadet. Er hindert mich daran mein Leben zu leben. Er weckt alles Schlechte in mir. Und dabei habe ich doch genaue Ziele. Eine genaue Vorstellung vom Leben, die er nicht verstehen kann.
Dann, wenn ich mir zu jedem Zeitpunkt bewusst bin, wie störend er ist, werde ich ihn im zweiten Schritt ignorieren. Will ich etwas machen, dann tu ich es. Ich lasse ihn reden. Oder schreien. Er hat seine Eigenheiten, und hatte bisher Macht über mich. Aber jetzt nicht mehr. Ich ignoriere sein Gezeter und Gejammer. All seine Argumente und Diskussionen. Sie sind mir egal. Ich will etwas machen und werde es auch tun.
Sollte er wieder mit Versprechen ankommen, oder mit Ratschlägen, dann ignoriere ich auch diese. Niemals hat er etwas Gutes zustande gebracht. Das waren alles meine Errungenschaften. Ich werde ihn ignorieren und mein Ding durchziehen.
Mit der Zeit sollte er es langsam lernen. Er wird sicherlich ruhiger. Wird vorsichtiger. Er wird zwar hin und wieder versuchen einzuschreiten, weil er weiß das ich schwach bin. Doch ich werde ihn weiterhin ignorieren. Ich weiß wie schlecht er für mich ist, und wie sehr ich ihn loswerden will. Was auch immer notwendig ist, ich werde es tun, damit ich ihn endlich los bin.
Hat er dann irgendwann die Kontrolle über mich verloren, kann ich ihn heimlich umbringen. Ich werde ihn zum letzten Mal anschauen. Ich weiß, ich werde ihn nicht vermissen. Mein Leben ist so viel besser ohne ihn. Und dann werde ich es tun. Ich werde es einfach tun.
Dann ist er für immer weg. Und wird mich nie wieder belästigen. Dann kann ich mein Leben richtig auskosten. Alle Lorbeeren ernten, mich im Lob suhlen. Und einfach glücklich sein. Ohne ihn und seine Art mich festzuhalten.
Auf in den Kampf
Jeder muss seinen Joe Average töten. Den Schweinehund, der euch im Weg steht. Der euch aufhält das Beste aus eurem Leben zu machen. Großartiges zu erreichen. Glücklich zu werden. Der Versprechen macht, euch zu helfen, und keines davon einhält. Der mit euch lieber Fernseh schaut, oder faulenzt. Oder der einfach nicht erscheint, weil er sich nicht gut fühlt. Ist er einmal weg, werdet ihr merken, wie sehr er euch geschadet hat. Zieht in den Kampf und beseitigt das Schlechte aus eurem Leben, um Platz für Gutes zu schaffen.
Gib mir 'nen Kaffee ausÄhnliche Artikel:
- Spirit of the staircase Oder: Dinge die ich hätte sagen können, die mir jetzt...
