Ein Brief an die Zukunft
Lieber Rafael,
wir haben den 31.12.2008. In ein paar Stunden beginnt das Jahr 2009, und du wirst dich sicherlich noch genau an diesen Brief erinnern.
Wenn du diesen Brief liest, bist du ein paar Stunden von 2010 entfernt.
Ich hoffe du hast spätestens jetzt, wo du diesen Brief liest, den Sinn dahinter herausgefunden. Mir selbst ist er nur bedingt klar. Sicher, wie jeder Mensch zu Silvester habe auch ich, selbstverständlich, gute Vorsätze für das neue Jahr. Mit viel Motivation erwarte ich ein neues spannendes Jahr und versuche natürlich mit Einschränkungen, Vorsätzen, Regeln und allerlei Hoffnungen mein Leben zu verbessern.
Du wirst sicherlich das Gleiche wollen. Du wirst ebenfalls gerade über deine Vorsätze nachdenken und ebenfalls versuchen dein Leben in noch bessere Bahnen zu lenken. Doch du hast einen Vorteil. Du weißt, ob ich die mir gestellten Vorsätze eingehalten habe und ob sie mich auch wirklich weiterbringen auf dem Pfad den ich gehen will.
Während der Weihnachtsfeiertage habe ich mit großem Eifer ein weiteres Buch zum Thema Selbstverbesserung gelesen. Dabei ist mir ein wichtiges Thema bewusst geworden.
Definitiv bin ich keine Ausnahme, wenn ich behaupte, dass ich finanzielle Unabhängigkeit anstrebe. Es hat so viele Begriffe, doch eine grundlegende Idee. Jeder Mensch will reich, finanziell unabhängig und Millionär werden, erfolgreich im Beruf sein, einfach genug Geld haben, um sich selbst verwirklichen zu können. Also ist es das Ziel für viele Menschen erstmal reich zu werden. Ist dies geschafft, kann man sein Leben in vollen Zügen genießen.
Man setzt sich also jede Menge Ziele für das kommende Jahr, um dieses eine Ziel, nämlich den Reichtum, zu erreichen. Doch wie es nunmal so ist im Leben, dauert es sehr viel länger als man es sich wünscht.
Sollte ich aber wirklich irgendwann einmal in ferner Zukunft mein Ziel vom Reichtum erreicht haben, dann bin ich ja noch nicht einmal am Ende meines Pfades. Denn ab da kann mein Leben doch erst richtig losgehen und ich setze mir neue Ziele, um das zu erreichen was ich wirklich will.
Wer es jetzt noch nicht erkannt hat, sollte den Absatz nocheinmal lesen.
Das Ziel vom Reichtum ist nämlich gar nicht mein wirkliches Ziel, sondern nur ein Mittel zum Zweck. Ich sehe es als fundamentales und notwendiges Mittel an, um meine tatsächlichen Ziele zu erreichen. Ich sehe es als so zwingend an, dass ich erstmal nur soweit denke bevor ich mich meinem wirklichen Leben widme.
Sollte ich jedoch mein Ziel nicht erreichen, innerhalb meines begrenzten Lebens, dann werde ich niemals auch nur ansatzweise Glück erleben können.
Wirkliche Ziele
Was also tun? Ganz klar, ich setze mir meine wahren Ziele als Vorsätze für das neue Jahr. Kein Reichtum den ich anstrebe, sondern direkt das, was ich mit diesem Reichtum erreichen will.
Ich denke also nach. Ich stelle mir vor, ich hätte vollen Reichtum. Ich bin finanziell unabhängig, und habe die volle Freiheit zu tun wonach mir ist. Das zu tun, was mich wirklich glücklich macht. Und ich denke sogar noch einen Schritt weiter. Ich setze voraus, ich habe genug Geld um meinen Weg zu gehen, und ich setze ebenfalls voraus, dass ich machen kann was ich will. Frei von jeglichen Konsequenzen. Denn die sind ebenfalls noch eine große Hürde auf dem Weg zu meinem wirklichen Glück.
Viele Menschen sehen soziale Barrieren als gegeben an und lassen sich von ihnen einschüchtern auf ihrem Weg zur eigenen Glückseeligkeit. Das was Andere als wichtig sehen, als richtig erachten, das halte auch ich für richtig. Ich unterwerfe mich den Regeln meiner Eltern, meiner Verwandten, meiner Freunde und meiner Umgebung. Das ist jedoch falsch.
Sagen wir, ich lebe in einer streng christlichen Gemeinschaft. Ich hätte vielleicht den Traum ein berühmter Rockstar zu werden, doch meine Gesellschaft stellt mir dies als falsch dar. Es ist nicht richtig so etwas zu wollen, und somit gilt es auch nicht als erstrebenswert. Dem unterwerfe ich mich und suche mir also nur Ziele in meiner begrenzten Freiheit aus.
Klingt nicht gut, nicht wahr? Also setze ich solcherlei Konsequenzen, zumindest für die Benennung meiner Ziele, und somit meiner Vorsätze, als nicht vorhanden voraus.
Wahre Vorsätze
Was möchte ich also nun tun, da ich völlige Freiheit habe zu tun was ich will. Ich habe alles was ich dazu brauche, Geld und Sicherheit. Keine Konsequenzen stehen mir im Weg.
Vielleicht möchte ich reisen? Die ganze Welt besichtigen? Oder ich möchte Kochen lernen? Wie wäre es ein Haus zu bauen, oder meinen eigenen Garten zu besitzen? Ich möchte die Frau fürs Leben kennenlernen, oder mein eigenes Unternehmen gründen? Ich möchte mein Hobby zum Beruf machen. Und jetzt ist es mir sogar egal, ob es Gewinn bringt oder nicht, denn ich habe ja alle Freiheiten zu tun was ich will.
All diese Dinge die ich wirklich will, sollte ich in gute Vorsätze für das neue Jahr umwandeln. Wenn ich reisen möchte, kann ich mir als Ziel setzen in diesem Urlaub irgendwo hin zu reisen. Denn man braucht nicht wirklich viel Geld um in ein Land zu reisen. Ich muss ja nicht die ganze Welt nehmen, aber ich kann einen ersten Schritt wagen, um meinen Traum zu leben.
Ich könnte einen Kochkurs belegen. Oder mich auf die Suche nach meinem Traumpartner machen. Ganz ehrlich, für kaum einen Traum brauche ich wirklich viel Geld. Wenn ich mir nicht alles auf einmal vornehme, sondern nur einen einzigen Schritt in diesem Jahr mache, dann brauche ich auch nur einen Bruchteil des Geldes.
Meine Vorsätze
Wie du weißt mag ich keine Vorsätze, die mich nicht an meine Ziele im Leben bringen. Die Standardvorsätze wie Abnehmen, gesünder Essen, mehr Sport machen, oder mit einem Laster aufhören, erfüllen mich nicht. Diese kann ich jederzeit machen, dazu brauche ich keinen Jahreswechsel.
Ebenfalls mag ich es nicht mir zu allgemeine Vorsätze zu setzen, die man nicht bemessen kann. Wenn ich mir vornehme, mehr für mein Unternehmen zu arbeiten, wie weiß ich dann ob ich das auch wirklich erreicht habe oder nicht? Wenn ich dir schon einen Brief schreibe, so musst du nun auch sagen können, ob du es erreicht hast oder nicht.
Ich stecke mir also klare Ziele, die ich erreichen will. Damit du diese Liste abhaken kannst, und bewerten kannst, wie gut dein Jahr verlaufen ist.
Mein erstes Ziel ist es, in diesem Jahr einmal einen alternativen Schlafrhythmus auszuprobieren. Einmal in der Nacht schlafen, für etwa 8 Stunden liegt mir nicht. Der Schlaf und ich, wir sind keine Freunde, also werde ich es einmal anders versuchen. Natürlich werde ich darüber auch schreiben, und meine Erkenntnisse so auch meinen Lesern zur Verfügung stellen.
Ein weiteres Ziel ist es, mit Hilfe von Smooth, auf die ANUGA zu kommen. Die Allgemeine Nahrungs- und Genussmittelausstellung ist leider nur Fachbesuchern vorbehalten. Dort kann man allerlei Neuigkeiten in der Welt des Essens und Naschens kennenlernen. Da ich liebend gerne esse, wollte ich schon immer einmal dort hin. Doch leider darf ich als normaler Besucher nicht rein. Aber vielleicht schaffe ich es mit Hilfe von Smooth, und seinen Tricks in der Kommunikation, mir einen Weg dorthin zu bahnen. Es wird mit Sicherheit eine witzige Herausforderung sein.
Zuguterletzt möchte ich auch mein Unternehmen voranbringen. Dies möchte ich nicht haben, um finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. Natürlich ist mir das ebenfalls wichtig, aus diversen Gründen, aber primär möchte ich einfach ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen, um mir selbst zu beweisen, dass ich es kann. Es macht mir sehr Spaß, und ich lerne viel dabei. Mein letztes Ziel, und damit mein dritter Vorsatz für das neue Jahr ist, im Unternehmen mit einem Gewinn das Jahr 2009 zu beenden. Bisher bin ich in etwa Selbstkostendeckend, wenn auch nur gefühlt, und nicht wirklich festgehalten. In diesem Jahr möchte ich es aber in Zahlen belegt sehen.
Ein frohes neues Jahr
Ich wünsche hiermit all meinen Lesern, und auch dir Rafael, ein frohes neues Jahr. Meinen Lesern das frohe neue Jahr 2009, dir Rafael, ein frohes 2010. Ich geb mein Bestes, damit du mir eine erfreuliche Antwort zurückschreiben kannst.
Auf ein erfolgreiches und stets glückliches Jahr,
dein Rafael
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