Konkurrenzdenken
Schon seit ich ein kleiner Junge war habe ich immerwieder neue Dinge ausprobiert. Ich bin oft in den verschiedensten Sportvereinen gewesen, habe viele neue Hobbies ausprobiert, und ständig neue Interessen verfolgt.
Und so kam es auch, dass ich häufig festgestellt habe, dass es Menschen gibt die in dem jeweiligen Bereich besser sind als ich. Sie haben die Sache schon länger gemacht, und können alles schon viel besser als ich. Sie haben Leichtigkeit neue Dinge dazuzulernen, und irgendwie klappt auch alles besser bei ihnen.
Neben dem Neid den ich dadurch erfahren habe, habe ich auch schnell eine Art Frustration aufgebaut. Da gibt es wen der besser ist als ich, und es schon länger macht. So weit wie er werde ich sicherlich niemals kommen. Warum mach ich das dann überhaupt?
Man merkt schon, ich hatte immer den Drang im Leben besser in etwas zu sein, als jeder Andere. Ich glaube so geht es jedem. Jeder möchte doch etwas können, was sonst keiner kann. So über der Masse stehen, und Lob, Ruhm und Anerkennung zu ernten. Jeder möchte sich so präsentieren, und seinen Platz im Leben finden.
Ab jetzt kann ich nurnoch von mir reden, aber ich glaube dass ich auch für viele andere Menschen sprechen kann.
Meisstens, wenn ich dann eine Sache angefangen habe, kam dann dieser Dämpfer. Ich stellte fest, dass ich noch sehr viel vor mir habe. Ich muss sehr viel lernen, sehr hart arbeiten, und werde sehr viele Rückschläge erleben. Da hat sich in mir eine Mauer gebildet. Ich verlor die Motivation die Sache fortzuführen, denn ich sah mich außer Stande so gut zu werden wie die großen Persönlichkeiten auf dem jeweiligen Gebiet.
Und so habe ich sehr viele Dinge im Leben ausprobiert, ohne jedoch wirklich tief in die Materie gestiegen zu sein. Natürlich hatte ich immer Spaß dabei, und ich habe auch bereits in der Anfangsphase sehr viel gelernt, aber so wirklich erfolgreich wurde ich mit den wenigsten Sachen.
Warum möchte ich etwas Besonderes sein?
Es stellt sich schnell die Frage, warum wir Menschen so einen Drang haben uns von der Masse abzuheben. Bei manchen ist er stärker ausgeprägt als bei anderen, aber jeder muss zugeben, dass er stolz ist oder wäre, wenn er etwas kann oder könnte, was sonst nicht viele Menschen können.
Vermutlich ist dieser Wunsch evolutionär bedingt. Derjenige mit einer besonderen Eigenschaft hebt sich aus der Masse hervor. Er wird damit zum Anführer. Der Anführer hat dadurch besondere Privilegien. Er kann unbeschwerter Leben, da er erleichterten Zugriff zur Nahrung, zu Luxusgütern und zu Partnern hat. Er kann ein glückliches und sorgenfreies Leben leben, und diesen Wunsch hat jedes Lebewesen auf der Erde. Es geht grundsätzlich immer um das Überleben und das Fortpflanzen.
Überleben wird gesichert, indem man genug Nahrung und Schutz hat. Fortpflanzung wird gesichert, indem man genug verfügbare Partner hat.
Seit Jahrtausenden wurden uns genau diese Urinstinkte mit den Genen vererbt. Und somit wünscht sich heute jeder das, was die damaligen Vorfahren zum Überleben befähigt hat.
Warum scheue ich die Konkurrenz?
Letztendlich habe ich doch kaum eine Wahl als mich der Konkurrenz zu stellen, um wirklich über der Masse zu stehen. Doch genau das zu realisieren war gerade für mich schwierig. Selbstverständlich wusste ich, dass es Menschen gibt die immer in der Sache besser sein werden als ich. Doch die waren nicht in meiner direkten Umgebung.
Somit hatte ich zumindest in meinem kleinen Bereich die Chance hervorzustehen. Doch irgendwann kam der Zeitpunkt, dass ich mich mit anderen Gleichgesinnten getroffen habe. Um mehr zu lernen muss man sich schließlich mit anderen treffen. Sei es in einem Kurs, oder einer Community im Internet. Mein kleiner Bereich hat sich dadurch erweitert, und ich kannte nun direkt Menschen die besser waren als ich. Und da habe ich dann die Lust verloren.
Diese Tatsache begründet sich darin, dass diese Menschen mir direkt zeigen, auf welcher Stufe ich mich befinde. Sie sind da ganz weit oben, und viel besser als ich. So wie ich gerne sein würde, sind sie. Und ich sehe auch wieviel Arbeit sie investiert haben. Dieses Wissen kann ganz schön runterziehen. Ich weiß, dass ich erst in ein paar Jahren so gut bin, und dass ich es jetzt noch nicht bin. Ich bin jetzt noch nicht sehr gut, und mache auch sehr viele Fehler.
Ich stehe mir selbst im Weg
Genau das ist der springende Punkt. Ich denke immer solche Sachen, und stehe mir daher selbst im Weg. Natürlich könnte ich auch genauso gut werden, doch es braucht nunmal Zeit. Ich könnte sogar noch besser werden, aber das braucht noch etwas mehr Zeit und viel Arbeit.
Vor so einer Herausforderung kann man schon mal schnell sehr klein wirken. Und sich auch sehr schnell runzerziehen lassen.
Und als fauler Mensch scheue ich auch jede Form von Arbeit, und jede Situation, jede Aktion, die mich aus meiner Komfortzone herausbringt.
Die Komfortzone ist übrigens die Zone, die man sehr schnell merkt, wenn man Dinge tut, die für einen sehr unangenehm sind. Ich merke dies bereits gerade genau zu diesem Zeitpunkt im Artikel. Solch einen Artikel zu schreiben ist ein ganzes Stück Arbeit. Und sobald es mal nicht so läuft wie ich es mir vorstelle, tritt schon die Frustration auf. So eine sehr geringe Komfortzone kann ganz schön anstrengend sein. Aber über die wollte ich heut garnicht reden.
Vielleicht sollte ich es aber doch. Denn genau da liegt doch das Problem. Wenn ich meine Komfortzone nicht erweitere, werde ich nie etwas erreichen.
Erweitern der Komfortzone
So schwer es auch klingt, so einfach ist es doch. Ich erweiter meine Komfortzone indem ich genau das mache, was ich nicht will. Und da fallen mir doch genug Dinge ein. Egal was ich gerade tu, wenn ich an einem Punkt feststelle, dass mir die Lust vergeht, und die Motivation verschwindet, muss ich mich dazu zwingen weiterzumachen. Egal was für Ausreden da mein Gehirn auch aufwirft, ich muss sie ignorieren.
Gerade sagt mir mein Gehirn, der Artikel ist total schlecht. Ich wechsle die Thematik, und verwirre mich in meinen eigenen Geschichten. Außerdem habe ich das ursprüngliche Thema verfehlt. Bin ihm zumindest ausgewichen.
Was ich an so einer Stelle normalerweise mache ist, aufhören, um den Artikel ein Andermal weiterzuschreiben. Doch diesmal will ich es nicht. Ich möchte mich schließlich verbessern. Denn genau das ist meine Profession, zumindest laut meienes Mission Statement.
Was mach ich also um meine aufsteigende Frustration zu bekämpfen? Ich schreibe mir die Probleme in Klammern hinter den Abschnitt, und schreibe erstmal weiter. Ich ignoriere bewusst die schlechten Gedanken, und arbeite proaktiv dagegen. Die hinderlichen Gedanken schreibe ich nieder, und weiss, dass ich mich nach dem ersten Niederschreiben des Artikels darum kümmern werde. Ist zwar mehr Arbeit, aber das soll mir jetzt gefälligst egal sein.
Kommen wir aber zurück zum springenden Punkt.
Wie ich mit Konkurrenz umgehen sollte
Es ist selbstverständlich, dass ich Konkurrenz haben werde. Ich werde kaum eine Sache finden, die nicht ein Anderer bereits vor mir perfektioniert hat. Und sollte es doch so sein, wird es vielleicht einen sehr trifftigen Grund geben. So wie, viel zu viel Arbeit, oder gar Unmöglichkeit.
Ich sollte mich sogar über Konkurrenz freuen. Denn mal ehrlich, wenn ich der Allererste bin der etwas Neues macht, habe ich niemanden den ich um Rat fragen kann. Ich muss mir alles ganz alleine aneignen, meine Fehler vollkommen selbst machen, und auch selbst daraus lernen. Es dauert so also noch viel länger, bis ich so gut bin, wie ein Anführer, und es braucht noch sehr viel mehr Arbeit.
Sehe ich also Konkurrenz in meinem Hobby, sollte ich sie mir genauer anschauen. Ich kann viel von ihnr lernen.
Diese ganze Thematik trifft auch, und vorallem, im Bereich der Selbstständigkeit auf. Man sucht sich etwas, das man machen möchte, und womit man sein Geld verdienen kann, und fängt an sein Unternehmen aufzubauen. Und irgendwann stellt man dann fest, dass es hier bereits doch gute Konkurrenz gibt, die bereits vollständige und professionelle Produkte oder Dienstleistungen anbieten, und einen sehr günstigen Preis haben. Da kann es schnell passieren, dass ich keine Motivation mehr habe mein eigenes Unternehmen weiter aufzubauen, da ich mich außer Stande sehe gegen diese Konkurrenz anzukämpfen. Wieso sollten denn meine potenziellen Kunden zu mir kommen, wenn es da schon etwas Gutes auf dem Markt gibt?
Ich werde jetzt keine genaue Auflistung der Möglichkeiten geben, wie man sich von der Konkurrenz absetzen kann, denn ich glaube das hab ich schon irgendwo anders gemacht. Ich möchte aber hier auch auf einen anderen Punkt hinaus.
Ich sollte nicht vor der Konkurrenz scheuen, sondern versuchen von ihr zu lernen. Je besser die Konkurrenz ist, umso eher sehe ich doch welche Dinge sie richtig macht. So weiss ich doch schonmal was funktioniert, und was vielleicht nicht. Und ich sollte die Konkurrenz als ein Meilenstein auf meinem Weg ansehen. Da wo sie ist, da will ich auch hin. Und von dort aus weiter.
Und sollte ich trotzdem zu großen Respekt vor der Konkurrenz haben, werde ich mich dazu zwingen sie halt zu ignorieren. Bevor ich von ihr wusste, hatte ich auch mehr Motivation, und meine genaue Zielrichtung vor mir. Ich werde sie also ignorieren, und weiterhin mein eigenes Ding durchziehen. Denn das Ziel ist immer, weiter zu kommen, und mein Ding durchzuziehen. Sollte Ignoranz also die letzte Bastion sein, werde ich es halt damit versuchen. Bin ich einmal weiter, und ist mein Hobby oder mein Unternehmen aufgebaut, kann ich dann immernoch anfangen mich um die Konkurrenz zu kümmern.
Ich darf nur niemals aufhören weiterzukommen. Denn wenn ich immer weitermache, immer an mir arbeite, und alles tu um mich selbst zu verbessern, werde ich irgendwann auch die Konkurrenz von ganz alleine ausschalten.
Keine ähnlichen Artikel vorhanden.
