Verantwortung
Ich kenne zu viele Menschen die ihr eigenes Leben nicht in die Hand nehmen. Es ist beinahe schon frustrierend. Sie lassen die Dinge ihren Lauf nehmen, träumen aber von Veränderung. Sie ärgern sich über ihr Leben, über ihren Job, oder über ihre Partner. Vielleicht ärgern sie sich auch über sich selbst. Dass sie zu fett sind, oder zu faul. Sie jammern, meckern, beschweren sich, und kriegen nichts auf die Reihe.
Es ist doch traurig. Wer möchte schon Menschen nur jammern hören. Ich gebe zu, ich selbst jammer auch liebend gerne. Aber im selben Moment steh ich auf, und streng mich mehr an. Ich kümmere mich um meine Probleme, und versuche mein Leben in den Griff zu kriegen. Denn wer kann schon wirklich mein Leben verbessern ausser mir selbst?
Oft höre ich diese Personen sagen Wenn ich das schaffe, dann geht es mir besser, oder Das muss ich unbedingt haben, dann geht es mir gut, oder Ich wünsche mir nichts sehnlicher als das.Damit stellen sie eine Sache, sei es materiell oder ideell, vor ihr Glück. Erst wenn dies erreicht ist, kann ihr Leben beginnen. Sie vergessen jedoch, dass es bereits lange begonnen hat. Glück ist für diese Menschen etwas, das an eine Bedingung geknüpft ist. Erst wenn diese erfüllt ist, kann das Glück beginnen.
Ich versteh diese Lebenslüge nicht. Glück sollte nicht etwas sein, das an etwas anderes gebunden ist. Damit mach ich es doch verletzlich. Wenn die Bedingung mal nicht erfüllt ist, oder gar verschwindet, dann ist mein Glück weg. Wie kann ich denn so noch mein Leben leben?
Ich bin glücklich mit mir selbst, wenn ich eine starke und selbstbewusste Persönlichkeit bin. Wenn ich es nicht bin, muss ich an mir arbeiten. Dies schulde ich mir selbst gegenüber. Denn ich möchte schließlich glücklich sein. Jeder möchte es sein. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied, heisst es so schön.
Doch wie beim Glück, hat auch der Schmied viel harte Arbeit. Es ist stellenweise schweißtreibend, schwer und anstrengend. Aber wenn man den Schmied fragt, wird er bestätigen, dass er seinen Beruf liebt. Und so muss auch ich es lieben lernen für mein eigenes Glück zu arbeiten. An meinem eigenen Glück zu schmieden. Und letztendlich merke ich auch genau an diesem Glück, ob ich den richtigen Weg gewählt habe.
Viele Menschen kennen garnicht den richtigen Weg. Sie müssen erst neue Dinge ausprobieren, und immer neue Wege bestreiten. Da kann man schon durcheinanderkommen, und das Ziel vor den Augen verlieren. Bin ich jedoch glücklich mit dem momentanen Weg, weiß ich, dass es der Richtige für mich ist.
Warum muss ich glücklich sein?
Allein diese Frage ist wirklich lächerlich. Leider stellen sich zu viele Menschen genau diese. Ich muss nicht glücklich in meinem Leben sein, ich muss nur leben. Oder noch schlimmer, ich werde nie mehr glücklich sein in meinem Leben. Dies ist ein klarer Fall vom Verlust der Bedingung zum Glück. Meist ist es ein anderer Mensch an den man sein eigenes Glück bindet. Hat man diesen Menschen verloren, sei es die beste Freundin, die Mutter, oder der Ehepartner, kann man nie wieder glücklich sein. Diese Einstellung allein erzeugt bereits einen hohen Druck bei der entsprechenden Person. Sie ist verantwortlich für das Glück eines anderen Menschen. Macht sie etwas falsch, ist das Glück, das Wohlergehen einer geliebten Person in Gefahr. Keine angenehme Aufgabe.
Doch diese Einstellung ist auch fatalistisch. Denn im Leben ist nichts unendlich. Gerade Eltern verlassen irgendwann ihre Kinder. Das ist natürlich. Auch Partner oder Freunde können fortgehen. Und ist dies mal passiert, ist der Mensch nie wieder glücklich. Passiert dies zu einem frühen Zeitpunkt klingt es nach keinen angenehmen restlichen Leben mehr.
Und ist der Glaube ans eigene Glück erstmal weg, beginnen die Depressionen. Warum sollte man noch leben? Glücklich wird man eh nicht mehr, liebende Menschen lernt man auch nicht mehr so kennen, wie man sie verloren hat. Da kann man das Leben doch gleich beenden.
Nein, es ist kein guter Plan so sein Leben zu verbringen. Ich stelle mich schließlich auch auf keine Brücke, die Einsturzgefährdet ist. Ich esse kein Essen, das droht mich umzubringen. Also kann ich auch mein Glück nicht in die Hände anderer Menschen legen.
Ich gebe so die Verantwortung weg. Weil ich zu ängstlich bin? Mir fällt kein anderer Grund ein, als dass die Menschen zu ängstlich sind die Verantwortung für ihr eigenes Glück in ihre eigenen Hände zu nehmen.
Diese Verantwortung habe ich nur mir selbst gegenüber. Ich muss mein eigenes Leben auf die Reihe kriegen. Niemand anders kann das für mich übernehmen. Je früher ich es also anfange, desto sicherer bin ich im Leben. Denn dann kann mich keine Situation völlig vernichten.
Ich finde es sehr schade, dass es immernoch Menschen gibt, die sich zu leicht zurückwerfen lassen. Sie reden schnell von der eigenen Vernichtung. Sie verlieren jede Lust am Leben, jede Freude, jedes Glück. Nur weil irgendetwas passiert ist. Sei es, dass man einen Schulabschluss nicht bestanden hat, oder einen Menschen nicht kennengelernt hat, oder nicht mit ihm zusammengekommen ist. Vielleicht hat man auch einen Menschen verloren. Dies scheint hart zu sein, doch es gehört zum Leben dazu. Verneine ich diese Tatsache, verneine ich mein ganzes Leben. Und wer nicht sein Leben so nimmt wie es ist, sondern lieber die Augen verschließt ist ängstlich. Es ist nicht erwachsen, nicht verantwortungsbewusst, nicht selbstbewusst. Man lebt damit eine Lüge, und nicht das wahre Leben.
Mal ehrlich. Wer möchte schon eine Lüge leben? Und wer möchte schon ein Leben leben, das es garnicht wirklich wert ist gelebt zu werden? Wer möchte keinen Spaß haben, keinen Frohsinn? Wer möchte immer nur Trübsal blasen, und sich garnichts trauen im Leben? Am Ende des Lebens, im Sterbebett, daliegen und erkennen, dass man sein Leben nicht wirklich ausgekostet hat? Dass man erst dann die vielen vielen Chancen erkennt, die man selbst verpasst hat. Aus Angst, aus Trauer, aus Depressionen.
Ich ganz bestimmt nicht. Ich kümmere mich um mich selbst. Und das mit gutem Erfolg. Denn seit ich mir dieser Dinge bewusst geworden bin, bin ich sehr glücklich.
Gesunder Egoismus
Schon seit einiger Zeit habe ich das Prinzip des gesunden Egoismus entdeckt. Es ermöglicht mir mein Leben angenehmer zu beschreiten. Und ich empfehle es jeder Person, die sich mir mit Problemen anvertraut. Ich empfehle es ansonsten auch jeder anderen Person.
Der gesunde Egoismus wird gelebt, wenn man als allererstes an sich selbst denkt. Egal was passiert, egal welche Dinge um mich herum geschehen, ich denke erstmal an mich. Geht es mir schlecht, kümmere ich mich um mich, geht es mir gut, kann ich mich auch um andere Menschen kümmern. Was nützt es auch anderen Menschen zu helfen, wenn ich selbst total kaputt bin?
Gesund ist der Egoismus, wenn ich keinem anderen Menschen um mich herum schade. Das schließt mit ein, dass ich offen zu den Menschen bin, mit meinem Verhalten. Wenn ich also etwas nicht machen möchte, etwas nicht hören möchte, oder mich irgendwer nervt, dann sag ich es ganz offen. So weiss auch jeder woran er ist. Und persönlich wird es schon keiner nehmen. Und wenn doch, dann sind mir die Menschen auch egal. Schließlich bin ich wichtiger als irgendwer anders.
Ich bin also kein unfairer selbstsüchtiger Egoist, der sich und sein Wohlergehen über alles stellt, sondern ein gesunder Egoist, der gerade soviel Egoist ist, dass sein Leben stabil ist, und er frohen Mutes leben kann.
Dies ist nur eine sehr kurze, unzureichende Beschreibung des Prinzips. Ich werde mit Sicherheit ein anderes Mal mehr darüber schreiben. Dafür muss ich es aber erstmal wirklich erfassen, und aufschreiben. Denn bisher habe ich nur sehr viele kleine Teilbereiche, und Anekdoten, die das Prinzip erklären. Dennoch sollte es weitestgehend selbsterklärend sein.
Nun also mal ran an das Glück im Leben. Es gibt genug Dinge, die schön sind, und die mich aufmuntern. Ich muss sie nur suchen. Das schulde ich mir selbst.
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