Der Marketingplan
Im letzten, lang erwarteten, Teil zur Marketingreihe werde ich den Marketingplan genauer unter die Lupe nehmen. Was ist ein Marketingplan? Wozu dient er? Wie erstelle ich meinen eigenen Marketingplan? All diese Fragen werde ich beantworten, und einen Beispielplan entwickeln.
Mit dem Vorwissen aus den drei Artikeln Wie gewinne ich die Aufmerksamkeit meiner Kunden?, Wie entwickle ich einen USP? und Produktportfolio ist es nun möglich, einen vernünftigen Marketingplan auf die Beine zu stellen. Fangen wir also gleich mal an.
Ausgangssituation
Der hier als Beispiel entwickelte Marketingplan wird für ein junges Startup entwickelt. Es wird ein Web 2.0 Startup sein. Es wird eine Applikation sein, in der man eigene Videos zum Thema Kochen und Backen hochladen kann, und Rezepte verwalten kann. Diese Lösung wird also eine Art Wiki bereitstellen, und eine YouTube- sowie Flickr-ähnliche Funktionalität bieten, Videos und Bilder zum Thema hinzuzufügen.
Ob es diese Idee bereits gibt, oder nicht, ist erstmal egal. Ähnlichkeiten mit einem bereits bestehenden Unternehmen sind hier sicher rein zufällig. Diese Idee habe ich mir ganz spontan ausgedacht, um den Marketingplan auch auf eine spezielle Situation zuschneiden zu können.
Zudem bin ich als Gründer dieser Plattform nur nebenberuflich Selbstständig, und habe noch einen Hauptberuf. Dieser Umstand wird in der Planung berücksichtigt werden.
Legen wir also los mit den Vorbereitungen.
Vorbereitungen
Selbstverständlich muss ich bereits ein Produktportfolio ausgearbeitet haben, und einen USP niedergeschrieben haben.
Mein USP wird sein, dass ich mit meiner Platform der Fast-Food Gesellschaft entgegenwirke. Wer das Essen zelebrieren kann, lebt besser. Denn alles Gute fängt mit dem Essen an. Wenn man schlecht isst, lebt man schlechter, wenn man großartig isst, lebt man auch großartig. Und dann kann man auch jeden einzelnen Punkt des Essens geniessen. Das fängt beim Einkaufen an, und hört beim Abwasch auf.
In einem Satz zusammengefasst wird er also sein Besser essen, besser leben. Klingt vielleicht nicht ideal, und einfallsreich, aber für ein Web 2.0 Startup allemal ausreichend. Schließlich kann ich den Slogan jederzeit ändern. Das Konzept jedoch klingt gut, und werde ich auch so übernehmen.
Das Produktportfolio hält sich zu Beginn sehr begrenzt. Meine Benutzer können beliebig eigene Videos online stellen, und neue Rezepte eintragen. Auch können sie frei Kommentieren, und die anderen Rezepte ausprobieren.
Jedoch wird es noch einen Premiumbereich geben. Hier werden Videos mit besserer Qualität, sowie von Professionellen Köchen angeboten. Die Rezepte sind hochwertiger und aufwändiger, und bekannte und professionelle Köche stellen hier Videos zu den Rezepten online, in denen sie die Rezepte vorkochen.
Ansonsten wird sich die Seite durch Werbung finanzieren. Doch auch dies wird im Marketingplan noch genauer berücksichtigt.
Wozu überhaupt ein Marketingplan?
Wieso sollte ich mir als Unternehmer überhaupt Gedanken über einen Marketingplan machen? Ich mache einfach ein bisschen Werbung auf verschiedenen Webseiten, und hoffe so auf Besucherzuwachs.
Doch mit diesem Denken wird mein Unternehmen nur langsam wachsen. Ich tummle viele Monate mit ein paar Besuchern herum, und verliere vielleicht bald die Motivation weiter an meinem Unternehmen zu arbeiten. Vielleicht wirft es auch gar keinen Gewinn ab, weil sich keiner meiner 100 Besucher für den Premiumbereich anmelden will. Verständlich, denn dieser bietet auch nichts interessantes, ausser einem Video von meiner Oma beim Kuchenbacken.
Es wird also deutlich. Ein Marketingplan ist fundamental für das Wachstum eines Unternehmens. Ich möchte Werbung für mein Unternehmen und mein Angebot machen. Ich möchte Kunden anlocken, und ich möchte Gewinne erwirtschaften. Ich möchte, dass mein Unternehmen erfolgreich ist. Also muss ich einen Marketingplan entwickeln, und so systematisch das Wachstum und die Beliebtheit meines Unternehmens aufbauen.
Was ist eigentlich ein Marketingplan?
Ich weiss also, dass ein Marketingplan wichtig für mein Unternehmen ist. Vorallem in der Startphase meines Unternehmens, in der ich noch keine Kunden habe, und das Produkt gerade erst auf dem Markt ist, ist es sehr wichtig Neukunden auf mein Angebot aufmerksam zu machen.
In einem Marketingplan stelle ich systematische Schritte zum Bewerben meines Angebots auf. Darin stehen einzelne Schritte die ich erledigen muss, um Werbung zu machen. Ich verplane hier mein Werbebudget. Diesen Plan kann ich auch an eine fremde Person geben, die damit meine Werbekampagnen erledigen kann.
Der Plan ist zeitlich festgelegt, verplant ein definiertes Budget, und dient einem speziellen Ziel. All diese Dinge müssen überlegt, geplant, bearbeitet und aufgestellt werden. All dies geschieht in meinem Marketingplan.
Brainstorming
Ich fange also ersteinmal mit einem Brainstorming an. Was kann ich alles machen, um für meine Platform zu werben? Ich könnte einen Wettbewerb beginnen, in dem Benutzer ein Kochvideo entwickeln können, und online stellen können. Und das bestgewählte Video erhält ein Kochset. Diesen Wettbewerb könnte ich sogar bei den Kollegen von myPeak.net erstellen. Dort wird mir direkt eine Platform für meinen Wettbewerb geboten, und ich kann dort auch Werbung für meine Applikation schalten. So profitieren beide Parteien.
Ich könnte ansonsten in verschiedenen Koch- oder Rezepteforen meine Lösung anbieten. Oder bei YouTube in den Kommentaren für Kochvideos auf meine Platform aufmerksam machen. Ich könnte auch andere Blogschreiber aus der Kochnische darum bitten meine Lösung zu bewerten.
Vielleicht könnte ich aber auch Kontakt mit mehreren Chefköchen, aus dem Fernsehen, oder aus bekannten Restaurants, aufnehmen, und diese um kostenloses Videomaterial bitten, oder irgendeine Form von Partnerschaft anbieten.
Im Brainstorming sollte ich ersteinmal so viele Ideen und Möglichkeiten sammeln wie möglich. Ich sollte ersteinmal nichts bewerten, sondern die Ideen lediglich sammeln. Eine Auswertung findet dann im Anschluss statt.
Die Verarbeitung
Als nächstes werte ich also die einzelnen Ideen aus.
Der Wettbewerb klingt nach einer wirklich guten Idee. Ich kann hiermit eine erste Partnerschaft mit einem anderen Web 2.0 Startup eingehen, und hier einen Vorteil für beide Parteien mitnehmen. Das sollte definitiv in den Marketingplan aufgenommen werden.
Die Spread the word Methode, des Bewerbens meiner Platform in verschiedenen Foren ist sicherlich interessant, aber auch sehr Zeitaufwändig. Zudem wird es in vielen Foren nicht gerne gesehen, wenn man direkt nach der Neuanmeldung bereits Werbung für eine externe Seite macht. Diese Idee bekommt also erstmal ein Vielleicht. Wenn noch genug Zeit da ist, werde ich sie wieder aufgreifen.
Anders sieht es jedoch mit Blogschreibern aus. Hier werde ich definitiv mehrere Schreiber raussuchen, und ihnen eine Email schreiben, mit einer Information über mein Angebot. Das wird also ebenfalls für den Marketingplan übernommen.
Zu gerne hätte ich auch bereits im frühen Stadium ein paar professionelle und bekannte Köche, die mir mit Videomaterial zur Seite stehen. Doch sehr realistisch klingt das nicht. Nichtsdestotrotz werde ich auch hier eine Standardmail verfassen, die ich an bekannte deutsche Fernsehköche senden werde, mit der Bitte um Rezepte oder freies Videomaterial für meine Homepage.
Ich habe also drei definitive Dinge die den Marketingplan anführen werden.
- Einen Wettbewerb starten
- Eine Mail an Blogautoren aus der Nische
- Eine Mail an professionelle oder bekannte deutsche Fernsehköche
Sowie einen Vielleichtpunkt, der überlegt wird, nachdem der Marketingplan aufgestellt wurde .
- Spreading the word in Nischenforen
Rahmenbedingungen
Als nächstes sollte ich die Rahmenbedingungen des Marketingplans klären. Für welchen Zeitraum soll er gelten, und welches Ziel verfolgt er?
Zeitraum
Ein Blick auf die Ideen die ich erarbeitet habe zeigt bereits, dass der Plan eher kurzfristig gehalten ist. Ich sollte die Aufgaben innerhalb von drei Monaten erledigt haben, und erste Ergebnisse feststellen. Ich werde also den Marketingplan auf einen Zeitraum von drei Monaten legen. Und bereits jetzt lege ich fest ab wann ich mit der Umsetzung beginne.
Da ich in den Plan auch die vorbereitenden Maßnahmen einfließen lasse, werde ich dafür den kommenden Monat auswählen. Er beginnt also im kommenden Monat, und dauert drei Monate an.
Ziel
Das Ziel ist ziemlich klar, ich möchte viele Besucher, aber auch viele Nutzer auf meine Seite locken. Schließlich kann meine Idee nur leben, wenn ich Benutzer anziehen kann.
Der Wettbewerb dient bereits dazu, meine potenziellen User für meine Seite zu begeistern. Schließlich können sie ein Video machen, und bereits erste Erfahrungen mit meinem System sammeln. Zudem wird damit gleichzeitig erster Content für meine Seite generiert.
Die Mail an Blogautoren dient dazu, dass diese ebenfalls bei meinen potenziellen Zielkunden auf meine Seite aufmerksam machen. Das lockt weitere User an.
Die Mail an die professionellen Köche, oder Fernsehköche, ist einfach ein Versuch ein Highlight auf meine Seite zu locken. Ich sollte realistisch bleiben, und mir hiervon nicht zu viel versprechen. Falls hier eine positive Antwort kommt, ist das natürlich wunderbar, falls jedoch nicht, sollte es auch ohne gehen.
Die Planung
Fangen wir also gleich mit der Planung an. Da der Wettbewerb die meißte Zeit in Anspruch nehmen wird, sollte ich diesen zuerst starten. Ein guter Zeitraum für den Wettbewerb sind 6 Wochen. Ich sollte mich also einen Abend lang mit der Platform von MyPeak beschäftigen, um dann näher zu sehen wie genau ich den Wettbewerb starten kann.
Wettbewerb
Das Motto wird lauten: Deutschlandkochen. Gesucht wird also ein Rezept in Form eines Videos. Das Gericht muss die Farben der Deutschlandflagge, also Schwarz, Rot und Gelb (Gold), aufweisen. Ob es dabei eine Vorspeise, Hauptspeise oder Nachspeise ist, ist hierbei egal.
Das Video sollte hierbei auch nicht länger als 10 Minuten sein. Denn alles darüber benötigt einen Premium Account.
Zu Gewinnen gibt es für die ersten drei Plätze je einen Gratis-Premium Account für ein Jahr, sowie ein Kochbuchset. Dies werde ich persönlich zusammenstellen, und selbst finanzieren. Schließlich sollte ich schon ein bisschen investieren.
Mail an Blogautoren aus der Szene
Das Verfassen einer Mail an die Blogautoren der Szene braucht nicht viel Zeit. Dafür sollte ein Abend ausreichen. Die Recherche nach bekannten Blogs dauert ebenfalls nicht länger. Hierfür beginne ich bei Technorati und Google, und springe von dort über die Linkliste der Blogautoren weiter.
Dabei bewerte ich während der Recherche bereits die Blogs, und entscheide, ob ich an diese Person eine Mail schreiben werden, oder nicht.
Zwei Abende sind hier somit genug.
Mail an bekannte Kochpersönlichkeiten
Auch hier sollte das Verfassen einer Mail an bekannte Kochpersönlichkeiten aus den Medien, oder Trendrestaurants, nicht sehr lange dauern. Doch die Recherche sollte hier etwas ausführlicher ausfallen. Zwei Abende für die Recherche, und ein Abend für die Erstellung einer vernünftigen Mail klingen somit realistisch.
Spread the Word in der Community
Die Planung zeigt bereits, dass für die drei Monate nicht sehr viel zu tun sein wird. Also werde ich die Idee des Wordspreading ebenfalls aufnehmen. Und da dies die beste Möglichkeit ist auf sich aufmerksam zu machen im Internet, wird hierfür viel Zeit beansprucht werden.
Hier würde ich eine Woche als Recherchezeit beanspruchen, um die Szene wirklich gut kennenzulernen. Zwar würde ich normalerweise, wenn ich bereits eine solche Plattform entwickelt hätte, die Szene sehr gut kennen, aber dennoch veranschlage ich die Zeit nochmal genau reinzublicken, und mir einen Überblick zu verschaffen.
Nach dieser Woche werde ich eine Liste von Locations haben, in denen ich auf meine Seite aufmerksam mache. Dies sollte nicht zu statisch wirken. Ich werde hier also je nach Konzept oder Art der Seite verschiedene Dinge präsentieren.
Durchführung
Ist der Marketingplan nun aufgestellt, sollte ich mich an die Durchführung machen. Ich habe eine genaue ToDo Liste im Marketingplan festgehalten und könnte somit den Plan auch einem Dritten überreichen, der für mich alles erledigt.
In den meissten Fällen sollte ich aber selbst für die Durchführung meines Marketingplans zuständig sein.
Jetzt, wo ich also einen vollständigen Marketingplan erstellt habe, mir genaue Gedanken über ein funktionierendes und zielführendes Marketingkonzept gemacht habe, kann ich also mit der Umsetzung beginnen.
Die Auswertung
Wenn mein Marketingplan vollständig umgesetzt wurde, und alle Aktionen durchgeführt sind, sollte ich mich bald an die Auswertung der Marketingaktion setzen. Es gilt zu ergründen inwieweit die einzelnen Aktionen erfolgreich waren, und was ganz besonders gut ankam. Welche Schritte ich gehen muss, um den Erfolg meines Marketingkonzepts zu erfassen, und wie ich meinen Plan effektiv auswerte, werde ich bald in einem weiteren Artikel behandeln. Bis dahin gibt es jedoch genug zu tun mit der Erstellung eines vollständigen Marketingkonzepts.
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