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Mobile Award - Tipps für Weiterspieler

Am 21. Januar haben wir mit dem Mobile Award Planspiel begonnen, und heute ist es leider schon wieder vorbei. Trotz einer recht erfolgreichen Runde haben wir es leider nicht geschafft, uns gegen die harte Konkurrenz durchzusetzen. Wobei es gerade in der letzten Runde sehr knapp war, und uns anscheinend wirklich nicht viele Punkte gefehlt haben. Jedoch waren andere Teams dann doch besser als unser Team, und somit können wir leider nicht an der nächsten Runde teilnehmen.

Ich gratuliere hier nochmals allen Teams die es geschafft haben, und wünsche viel Erfolg beim Spiel, und drücke allen Unternehmen die Daumen für das weitere Spiel. Ich biete gerne weiterhin meine Hilfe und Unterstützung für das Spiel an, und kann gerne versuchen ein paar Tipps bei speziellen Situationen zu geben. Für alle Spieler allgemein habe ich nochmal eine Zusammenfassung der Tipps und Lehren, die uns während des Spiels geholfen haben, und die wir so gelernt haben.

Berichtswesen

Es hilft wirklich sehr, das Berichtswesen genau zu studieren. Jedes einzelne Datenblatt kann Aufschluss zu Problemen, Engpässen und Wirkungen der Entscheidungen geben. Sicherlich hilft nicht immer jeder Bericht bei jedem Problem, aber es ist ratsam dennoch einen genauen Blick drauf zu werfen.

Im Executive Summary sieht man die Verkaufszahlen und die wichtigsten Kennzahlen zum Hauptgeschäft. Ein schneller Blick am Anfang hilft hier zu erkennen, ob die Periode im Allgemeinen gut verlaufen ist oder nicht. Man kann direkt sehen ob die berechneten Zahlen eingetroffen sind, und wie das Betriebsergebnis lautet.

Im Marktbericht und Lagerwerte sieht man nochmals die genauen Lagerzahlen der bestellten und benötigten Produkte. Das Image ist hier ebenfalls aufgeführt, wie auch die genauen Absatzzahlen pro Markt und Produkt.
Hier kann man Trends ableiten welcher Markt oder welches Produkt gut laufen, und wie der allgemeine Bekanntheitsgrad, die Kundenzufriedenheit und die durchschnittliche Wartezeit ist. Anhand des Images kann man sehen, ob es sich lohnen kann noch mehr in Werbung zu investieren.

Bei den Personal und Produktentwicklungen kann man die genauen Zahlen zum Personal ablesen. Wie waren die Löhne, sonstige Kosten und die Gesamtkosten der einzelnen Abteilungen. Ausserdem sieht man hier den Technologieindex der Produkte, und wie dieser mit den einzelnen Features zustande kam. Wenn man gezielt in Technologie investieren will, kann man hier gut ablesen welche Features gut sind, und welche man vielleicht abschaffen will. Oder auch, ob man noch mehr in Forschung investieren sollte.
Mit den Zahlen zum Personal kann man weitere Berechnungen für die Kostenstellen tätigen.

Bei der Flächenverwendung, Abschreibungen und Kapazitäten kann man die Produktivität der Mitarbeiter betrachten. Will man eine hohe Qualität bei einer niedrigen Anzahl an Mitarbeitern haben, kann man hier gut sehen, ob man noch mehr in Training investieren sollte.
Die Abschreibungen der einzelnen Anlagen, sowie die benötigte Kapazität, und Mitarbeiteraufwendungen, kann man hier ebenfalls beobachten. Aufgeteilt in die einzelnen Produkte kann man hier die Verteilungen betrachten. Dies hilft bei Spezialisierungsplanungen, wenn man einem Produkt mehr Wert und Geld zuschreiben will. Anhand der Personalauslastung kann mab ebenfalls Qualitätsstrategien ableiten.

Mit den Kostenarten- und Kostenstellenrechnungen kann man genauste Planzahlen ermitteln. Diese Berichte, und die beiden folgenden Berichte, gilt es genau nachzustellen, und für sich selbst berechenbar zu machen, damit man vernünftig in die Zukunft planen kann. Ansonsten kann man hier die Aufteilung der Kosten des Unternehmens anhand der Abteilungen ablesen. Wenn man hohe Kosten hat, und Einsparungen vornehmen will, können diese Berichte Aufschluss geben, an welchen Stellen man ansetzen könnte.
In der Kostenträgerrechnung sieht man gesamt und auf ein Produkt heruntergerechnet, wie die Kosten für ein Produkt, zur Bereitstellung, zustande kommen. Auch hier kann man Stellen ableiten, an denen Einsparungen vorgenommen werden können. Und auch diesen Bericht sollte man versuchen genau nachberechnen zu können.
Zuletzt gibt es die Deckungsbeitragsrechnung die Aufschluss auf die Kosten für die Produkte allgemein und auf ein Produkt heruntergerechnet gibt. Hier kann man ablesen wie die einzelnen Stellen zur Deckung der Kosten beitragen.
Will man Dumpingpreise für eine Periode durchsetzen, oder kurzfristig sehr geringe Preise anbieten, kann man hier ablesen welche Preise mindestens vergeben werden sollten. Aufgeteilt ist es in die Erzeugnisfixen Kosten (Deckungsbeitrag 1), die zur Erzeugung minimal benötigt werden, und die Unternehmensfixen Kosten (Deckungsbeitrag 2), die auch die Kosten für das Unternehmen abdecken. Der Deckungsbeitrag 3 zeigt, wie das Produkt mindestens preislich angesetzt werden muss, um keinerlei Verluste zu fahren. Ist die Zahl im Plus, kann man hier noch günstiger werden, ist sie im Minus, sollte man den Preis erhöhen.
Es ist sehr schwierig hier eine gute Planung zu machen. Wenn man aber einmal diese Berichte für sich berechenbar erstellt hat, kann man nurnoch mit den Zahlen spielen, um einen perfekten Preis anzusetzen. Vorausgesetzt man plant mit vernünftigen Umsatzzahlen.

Im Finanzbericht, Bilanz sieht man die klassische Bewertung des Unternehmens. Wenn man in der Bilanzsumme sinkt, sieht man, dass der Wert des Unternehmens sinkt. Man hat also nicht genügend investiert, und befindet sich eher im negativen Wachstum. Je nach Planungsstrategie kann man hier also ablesen, ob die Expansionswünsche eingetroffen sind, oder nicht.

Die GuV ist vorallem interessant, weil hier die Planzahlen bewertet werden. Hier kann man sehen, ob die Planzahlen gestimmt haben, oder ob es Abweichungen gab. Außerdem wird hier nochmals der Erfolgswert aufgelistet.
Die GuV selbst lässt blicken, wo genau man Gewinne bzw. Verluste eingefahren hat. War es im allgemeinen geschäftlichen Verlauf, oder waren es besondere Gründe für ein gutes oder schlechtes Ergebnis. Hieran kann man sehen, ob nur eine Investition negative Zahlen eingefahren haben, oder ob man eher falsche Berechnungen für die Preise und Bestellungen hatte.

Im Cash Flow Statement lässt sich allgemeiner Cash Flow der Periode ablesen. Wie hat sich der Geldfluss verändert, und wie ist er im Jahr gewesen. Wo waren die meissten Geldaktivitäten. In der allgemeinen Geschäftstätigkeit, in Investitionstätigkeiten, oder bei den Finanzierungen. Für das Spiel gilt, dass der grösste Cash Flow natürlich in der allgemeinen Geschäftstätigkeit liegen sollte. Ist dem nicht so, gilt es etwas zu ändern.

Im Marktforschungsbericht sieht man wichtige Kennzahlen des gesamten Markts im Überblick. Hier kann man direkt einsehen wer die Hauptkonkurrenten sind, und welche Investitionen in Werbung, welchen Bekannheitsgrad, und welche Ergebnisse sie in der laufenden Periode hatten. Es lässt sich gut sehen mit wievielen Mitarbeitern, bei welchem Technologieindex, und damit bei welcher Kundenzufriedenheit, und mit welchem Image sie auf die Absätze gekommen sind. Diese Daten geben gute Anhaltspunkte was noch so möglich ist auf dem Markt. Haben wir viel mehr Mitarbeiter als die bessere Konkurrenz, haben wir vielleicht etwas falsch gemacht, und könnten vielleicht umplanen, und anders, und damit kostengünstiger an unser Ziel gelangen.

Ebenfalls in den Geschäftsberichten der Branche sieht man die Entwicklung der Konkurrenz. Die Ergebnisse in Zahlen, die Bilanz der Gegner, und die Bewertungen kann man hier ablesen. Das Rating gibt Aufschluss, ob das Unternehmen gut gewirtschaftet hat, oder nicht. Hier sieht man sich direkt im Vergleich zur Konkurrenz, und kann sich Vorbilder und negative Beispiele anschauen.

Der letzte Bericht, das Entscheidungsprotokoll hilft nur nochmals aufzufrischen, welche Entscheidungen man gefällt hat, um auf das Ergebnis aus den Berichten gelangt zu sein.

Szenario

Im Szenario wird die allgemeine Wirtschaftslage der nächsten Periode prognostiziert. Man kann sich hier gut auf die nächsten Absatzzahlen einstellen. Es wird oft direkt erwähnt, mit welchem Wachstum man rechnen sollte. Diese Zahl sollte man auf die bisherigen Absatzzahlen anwenden, um die nächsten Zahlen zu erfahren. Damit sind wir immer gut gefahren, und hatten eine sehr gute Plansumme erreicht, die oft sehr nah am tatsächlichen Ergebnis lag.

Ausserdem werden hier Lohnerhöhungen beschrieben, die man in den eigenen Berechnungen berücksichtigen sollte.

Zuletzt wird hier die Situation mit dem Großhändler beschrieben. Mit den Zahlen kann man seine genaue Planung abrunden. Meisst werden die direkten Zahlen nochmal in einer Tabelle zusammengefasst.
Zudem sieht man hier die Beschreibungen für die Features. Die Kosten die hierbei entstehen sollte man mit in den Berechnungen berücksichtigen, und kann so planen, ob eine Investition Sinn macht, oder nicht.

Berechnung

Die Berechnung sollte ein fundamentaler Bestandteil der Spielplanung sein. Sicherlich hat jedes Team, das weitergekommen ist, seine Berechnungen genau erstellt, und somit brauch ich nicht intensiv darauf eingehen.
Es gilt allgemein, alle Berichte aus dem Berichtswesen bereits erstellen zu können, bevor man diese wirklich erhält. Das Optimum, das man sicherlich nur mit sehr viel Arbeit erreichen kann, ist, dass man genau die Zahlen eingibt, die man auch im Spiel eingibt, plus den Zahlen aus dem Szenario, und dass man dann die Berichte so herauskriegt, wie sie auch vom Spiel vergeben werden.

Leider kann man dies nicht idealerweise erreichen. Die genauen Absatzzahlen müssen geraten werden, sowie die Wirkung der eingesetzten Werbemittel. Man kann sich anhand von Erfahrungswerten und vorhergehenden Phasen annähern, aber ein ideales und genaues Ergebnis wird man kaum erhalten. Doch je genauer die Berechnungen sind, desto eher kann man mit den Zahlen spielen, und die Ergebnisse betrachten. So kann man sich die perfekten Zahlenkombinationen herleiten, und diese dann in die Entscheidungsmaske übertragen.

Fazit

Je mehr Wissen man im Bereich BWL hat, oder aber den Elan sich das nötige Wissen anzueignen, desto eher kann man ordentliche Berechnungen machen, und hat eine höhere Wahrscheinlichkeit des Spielerfolgs. Für Spielereien, Versuche und große Experimente hat man während des Spiels kaum Zeit, sodass es, gegen die harte Konkurrenz, sehr schwierig ist, gut zu kontern. Ohne eine fundierte und gute Berechnung hat man kaum Möglichkeiten das Spiel zu gewinnen.

Ich selbst habe vieles gelernt während des Spiels. Es macht Spass mit den Zahlen zu jonglieren, und es war eine nette Erfahrung in die Zahlentiefen eines großen Unternehmens einsteigen zu können. Ausserdem habe ich das Wissen der BWL genauer getestet, und gefestigt, sowie auch neue Dinge kennengelernt.
Das Spielen hat sehr viel Spass gemacht, so wie auch das Schreiben darüber, auch wenn es teilweise etwas mühselig war.
Es ist schade, dass wir nicht weitergekommen sind. Somit kann ich den anderen Teams hierbei keine Unterstützung mehr geben.

Ich werde auf jeden Fall weiterhin versuchen nach Möglichkeiten zu schauen, anhand von Wettbewerben oder ähnlichen Dingen meine Leser mit interessanten Informationen zu versorgen.
Ich wünsche also allen übriggebliebenen Teams viel Erfolg, und würde mich über ein paar Informationen von Mitspielern sehr freuen.

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