Nebenberufliche Existenzgründung
Selbstständig sein heisst heute nicht mehr, den ganzen Tag auf Kunden zu warten, oder bis zum Hals mit Arbeit zugedeckt zu sein. Dank des technologischen Fortschritts kann ich mich bequem von zuhause, und sogar nebenberuflich Selbstständig machen. Das bedeutet, ich arbeite nach meiner Haupttätigkeit an meinem eigenen Unternehmen. Ich treffe Kunden nach Feierabend, oder bearbeite Projekte am Wochenende.
Wenn mir das Risiko des vollen Einstiegs in die neue Selbstständigkeit zu hoch ist, habe ich die Möglichkeit auf diesem Weg mein Glück zu versuchen.
Vorteile nebenberuflicher Selbstständigkeit
Die Vorteile einer nebenberuflichen Selbstständigkeit scheinen sich zuerst ideal für eine Existenzgründung zu eignen. Ich habe ein geringes Risiko, und kann meine Idee erstmal in aller Ruhe und ohne Leistungsdruck ausprobieren. Sollten mir Fehler unterlaufen, steht meine Existenz nicht auf dem Spiel. Ich habe schließlich noch den Hauptberuf der meine Kosten deckt. Wenn ich einmal für ein paar Monate keine Aufträge habe, kann ich mich um andere Dinge kümmern, oder das Geschäft auch mal einfach so liegen lassen. Ich habe viele Freiheiten, die ich bei einer vollen Selbstständigkeit nur nach einer längeren Einführungsphase genießen kann.
Die Nachteile einer Teilzeitselbstständigkeit
Es gibt jedoch auch Nachteile bei einer Teilzeitselbstständigkeit. Ich kann nämlich nicht jede Idee in Teilzeit umsetzen. Ein Unternehmen das von Beginn an viel Aufmerksamkeit von mir verlangt, kann ich nur schwer nach dem Feierabend gründen. Zudem gibt es Branchen, in denen Kunden mich nur während der üblichen Geschäftszeiten antreffen wollen.
Daraus folgt auch, dass eine Gründung, die viel Kapital erfordert, nur schlecht in Teilzeit geführt werden kann. Die meissten Gründungen mit hohem Kapitalbedarf verlangen auch viel Aufmerksamkeit vom Gründer. Einzige Ausnahme bildet wohl die Gründung mit einer gekauften Businessidee, als Franchise.
Rechtliche Bedingungen und Voraussetzungen
Wenn ich mir als Arbeitnehmer ein zweites Standbein in der Selbstständigkeit schaffen möchte, so habe ich prinzipiell die Möglichkeit dazu. Mein Arbeitgeber darf mir einen Nebenberuf nicht pauschal verbieten. Es kann sogenannte Nebentätigkeitsklauseln in meinem Arbeitsvertrag geben, die meine Freiheit in diesem Punkt einschränken. Der Arbeitgeber behält sich dabei meist das Recht vor, von meiner Nebentätigkeit informiert zu werden. Auch versichert er sich hier, dass seine Interessen durch mein zweites Standbein nicht gefährdet werden. Damit ist gemeint, dass ich weiterhin pünktlich und ausgeschlafen am Arbeitsplatz erscheine. Auch ist dadurch oft verboten, meine Tätigkeit im Urlaub durchzuführen.
Im Zweifel sollte ich in den Arbeitsvertrag schauen, ob es eine Nebentätigkeitsklausel gibt. Ansonsten kann ich einfach meinen Arbeitgeber fragen. Sollte ich ihm in meiner Selbstständigkeit keine Konkurrenz machen, und dabei alle oben genannten Bedingungen einhalten, dürfte meinem Nebenerwerb nichts im Wege stehen. Um meinen Arbeitsplatz nicht zu gefährden, und immer auf der sicheren Seite zu stehen, ist es in jedem Fall ratsam, meinen Arbeitgeber grundsätzlich über meinen Nebenerwerb zu informieren.
Möglichkeiten für nebenberufliche Existenzgründung
Es empfiehlt sich bei einer nebenberuflichen Selbstständigkeit beispielsweise ein Web 2.0 Unternehmen zu gründen. Mit etwas Aufwand beim Finden einer Idee, und nach der ersten Umsetzung einer Solchen, lässt sich schnell das Unternehmen selbstständig durch die Community voranbringen. Details dazu finden sich in meinem Artikel zu Web 2.0 Startups.
Weiterhin ist zu Empfehlen, dass ich mir ein Startup mit wenig Gründungsaufwand aussuche. Die Idee sollte leicht umzusetzen sein, und sollte mir zeitliche Flexibilität bieten. Ich sollte darauf achten, dass meine Zielkunden während meiner Arbeitszeiten erreichbar sind, und dass ich terminverbindliche Aufgaben so frei legen kann, dass sie nicht in meine Arbeitszeit hineinfallen.
Ebenfalls sollte dieses Standbein keine hohen Einstiegskosten aufweisen. Ein Büro anzumieten, das ich nur zwei Stunden am Tag, nach den Geschäftszeiten aufsuche, ist nicht sehr sinnvoll. Ich sollte mir alle Ausgaben genau überlegen.
Der Bereich des Consulting eignet sich ebenfalls gut als Teilzeitselbstständigkeit. Wenn ich eine Sache gut kann, und daneben die persönlichen und beruflichen Eignungen eines Beraters besitze, bietet sich hier vielleicht eine Möglichkeit für mich.
Da es jedoch viele Consultants in den verschiedensten Bereichen gibt, muss ich hier sehr gute Leistungen zeigen, um mich gegen die Konkurrenz zu behaupten. Aufgrund der Vorteile der nebenberuflichen Gründung, kann ich hier jedoch mit unkonventionellen Maßnahmen und Tätigkeiten experimentieren, um mir eine Nische zu sichern. Auch bietet mir eine Gründung als Berater die Möglichkeit, mit wenig Kosten an den Markt zu treten.
Grundlegende Dinge
In jedem Fall muss ich beachten, dass ich mein Gewerbe anmelden muss. Wenn ich im öffentlichen Dienst angestellt bin, muss ich außerdem eine schriftliche Genehmigung für den Nebenerwerb einholen. Die meisten Behörden besitzen hierfür bereits Vordrucke.
Auch sollte ich mir eine schriftliche Genehmigung holen, meinen Nebenerwerb im Urlaub ausüben zu dürfen. Dies ist ansonsten grundsätzlich untersagt, da der Urlaub der Erholung dient, und diese bei Ausübung meines Nebenerwerbs nicht gewährleistet ist.
Ich sollte mich grundsätzlich gut beraten lassen, wenn ich auf rechtliche Unklarheiten stoße. Es gibt einige Dinge die ich beachten muss, wie Kranken- und Sozialversicherung, oder steuerliche Grenzsätze. Es kann passieren, dass ich mich ab einer bestimmten Verdienstgrenze selbst versichern muss, und dabei gezwungen bin mehr Geld einzunehmen, um auf den gleichen Verdienst zu kommen. Für all diese Dinge sollte ich einen Anwalt für Arbeitsrecht aufsuchen, und mich gut beraten lassen.
Wichtige Tipps für Existenzgründer
Auch eine nebenberufliche Existenzgründung verlangt neben den Vorteilen dennoch viel Arbeit und Vorbereitung. Ich sollte es grundsätzlich gleichwertig mit einer vollen Existenzgründung ansehen, um erfolgreich zu sein. Ein Businessplan empfiehlt sich sehr, der an die Gegebenheiten der Teilzeit angepasst ist.
Ich sollte ein gutes Zeitmanagement beherrschen, da die Arbeitszeit durch meinen Hauptberuf stark eingeschränkt ist. Da das Unternehmen ohnehin bereits langsam wachsen wird, sollte ich zusätzliche Bremsfaktoren vermeiden, und mit voller Energie tatkräftig an der Gründung arbeiten. Auch hier gilt, dass ein Wachstum spürbar sein sollte, damit das Unternehmen ernst genommen werden kann.
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